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Thüringer Heimatschutz

Jeder zehnte Neonazi war V-Mann

Der „Thüringer Heimatschutz“ half der NSU mit Geld und Waffen. Erst jetzt wird klar, wie viele Spitzel dem Geheimdienst Informationen liefern sollten.

Archiv: Ein Polizist steht am 23.11.2011 vor dem Haus der rechtsextremen Terrorzelle in Zwickau. Der „Thüringer Heimatschutz“ stand mit den Terroristen der Zwickauer Zelle in Kontakt. (Foto: dpa)

Berlin. Im „Thüringer Heimatschutz“, dem auch die Mitglieder der Neonazi-Zelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) angehörten, waren einem Medienbericht zufolge von 1997 bis 2003 zwölf V-Leute von deutschen Geheimdiensten aktiv. Wie die „Berliner Zeitung“ am Samstag berichtete, bestätigte der Erfurter Verfassungsschutz jetzt erstmals die Unterwanderung des „Thüringer Heimatschutzes“. Demnach war fast jeder zehnte Aktivist in der damaligen Neonazi-Vereinigung ein Spitzel des Verfassungsschutzes.

Die Mitglieder des „Thüringer Heimatschutzes“ hatten die mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe nach ihrem Abtauchen mit Geld, Unterkunft und Waffen versorgt. Die jahrelang unentdeckt gebliebene NSU soll für zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge in Köln und eine Serie von Überfällen auf Geldinstitute verantwortlich sein.

Nach Angaben der „Berliner Zeitung“ gab es damals eine gemeinsame Geheimdienstoperation „Rennsteig“, mit der die Thüringer Neonazi-Szene aufgedeckt werden sollte. Unter Federführung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) seien daran das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz, der Militärische Abschirmdienst (MAD) sowie zeitweilig auch das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz beteiligt gewesen.

Nach Angaben des Innenministeriums in Erfurt verfüge das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz aber angeblich über keine „Rennsteig“-Akten mehr, berichtete die Zeitung weiter. Das Bundesamt für Verfassungsschutz gab laut „Berliner Zeitung“ wiederum in einem Geheimbericht zu, dass im vergangenen Jahr Akten aus den Jahren 1997 bis 2001 vernichtet worden seien, die zum Teil auch die Operation „Rennsteig“ betrafen. Unklar bleibe, ob die Akten nach dem Auffliegen der NSU Anfang November 2011 vernichtet wurden, oder vorher. (afp)

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