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Festival

Mit Tapitas gegen den Mainstream

Am 17. April startet das größte spanische Film- und Kulturfestival Deutschlands in Regensburg. Zu Gast sind auch Künstler aus Peru und Aragonien.
Von Lukas Wöber, MZ

Wird am 18. April zum ersten Mal in Deutschland auftreten: Santiago Auserón alias Juan Perro. Foto: CineSCultura

Regensburg. Man hätte sich wohl kaum einen pompöseren Ort aussuchen können für eine Pressekonferenz. Gemälde und Stuck zieren den riesigen Saal im Herzen des Parkhotels Maximilian. Ein Hauch von französischem Barock liegt in der Luft. Doch hinten in der Ecke gibt es Tapitas. Vorne am Podium sitzen fünf Gestalten und reden über Aragonien und Peru. Das kommt einem dann doch irgendwie spanisch vor.

Eine dieser Personen heißt Antonia Kienberger. Sie moderiert an diesem Mittwoch durch die Veranstaltung, die den Startschuss geben soll zu Deutschlands größtem spanischen Film- und Kulturfestival. „CinEScultura“ heißt das Ganze und wird vom 17. April bis zum 4. Mai wieder zahlreiche Kunst- und Spanien-Fans in seinen Bann ziehen. Und das alles in Regensburg.

Links neben Kienberger sitzt Anja Laube, die studentische Koordinatorin der diesjährigen Ausgabe. Sie ist zusammen mit ihren Kommilitonen für die Organisation zuständig. In der anderen Ecke frotzeln drei Männer, die das Projekt einst ins Leben riefen. Einer davon ist Pedro Álvarez, der Leiter von „CinEScultura“. Er selbst ist – der Name lässt es vermuten – kein Bayer, sondern Baske und doziert an der Universität Regensburg. 2008 rief der das Projekt im Rahmen eines Seminars ins Leben. Es ist eine Zusammenarbeit zwischen dem universitären Forschungszentrum Spanien und dem Arbeitskreis Film e.V., und seitdem eine Institution in Regensburg. „Wir haben dieses Jahr Santiago Auserón zu Gast, das muss man sich mal vorstellen“, beginnt Álvarez. Gemeint ist jene Rocklegende, die als Musiker, Poet, Philosoph und Produzent längst zum festen Bestandteil des spanischen Kulturinventars gehört. Er wird mit seinem ersten Auftritt auf deutschem Boden am 18. April das Festival eröffnen – im Jazzclub Leerer Beutel. „Das wird ein Highlight“, erklärt Álvarez.

Das Konzert soll der Auftakt werden, zu einer dreiwöchigen Entdeckungsreise quer durch den spanischsprachigen Raum. Die Gastländer in diesem Jahr heißen dabei Peru und Aragonien, die autonome Region im Nordosten Spaniens. Viele Künstler der beiden Kulturräume werden daher wieder ihre Werke in der Domstadt vorstellen. Auch ein Gespräch mit dem peruanischen Regisseur Francisco Lombardi ist geplant. „Das ist unglaublich“, findet Prof. Dr. Jochen Mecke. Er ist Leiter des Forschungszen-trums Spanien an der Universität Regensburg und sieht das Festival als eine Art Talentschmiede. „Viele Künstler, die schon bei uns waren, haben kurz danach in ihrer Heimat einen Preis gewonnen“, sagt er mit einem Zwinkern.

Der Dritte im Bunde heißt Richard Kattan, der Vorsitzende des Arbeitskreises Film e.V.. Zusammen mit Álvarez und Mecke bildet er das CinEscultura-Triumvirat. Auch er ist begeisterter Filmfan. „Weil unser Festival nicht nur in der Stadt sondern auch in der Universität verankert ist, können wir immer erfolgreich zusammenarbeiten“, erklärt er. Die Filme, die im Rahmen des Projektes gezeigt werden, seien „einzigartig“. „Das ist wahre Kunst und kein Mainstream“.

In diesem Jahr geht das Festival in die sechste Runde. Das Programm fällt dabei wieder üppig aus. „Da wird es schwer, bei allen Terminen dabei sein zu können“, gibt Mecke zu. Für den Notfall hat der Dozent aber noch einen Plan B in der Hinterhand. „Wir werden die Universität dichtmachen und drei Wochen lang ins Kino gehen“.

Einige Programm-Highlights

Mit einem Konzert eröffnet Santiago Auserón alias Juan Perro am 18. April offiziell das Festival. Beginn ist um 20.30 Uhr im Jazzclub „Leerer Beutel“. Der Eintritt kostet 23 Euro.

Bereits am 17. April wird der Spanier im Hörsaal 2 der Universität Regensburg sein Buch „El ritmo perdido“ vorstellen.

In der Galerie Dr. Erdel Verlag am Fischmarkt beginnt am 19. April eine Ausstellung von Fernando de la Jara. Der Künstler wird am selben Tag anwesend sein und steht für Interviews zur Verfügung

Ab dem 1. Mai werden in der Filmgalerie die Werke des Regisseurs Francisco J. Lombardi gezeigt. Am Donnerstag, den 2. Mai, findet im Raum 33.1.93 der Universität außerdem ein Gespräch mit dem Peruaner statt. Beginn ist um 14 Uhr.

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