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Mittwoch, 1. März 2017 3

Umfrage

Oberpfälzer sind am längsten online

Das Digitalbarometer Bayern deckt regionale Besonderheiten auf. So sind die Niederbayern Online-Shopping-Könige und auch beim Bloggen vorne dran.
Von Christine Schröpf, MZ

Eine Umfrage der Staatsregierung zeigt: Die Niederbayern sind im bayerischen Vergleich Spitzenreiter beim Online-Shopping. Foto: dpa

München.Laptop und Lederhose? Diese Kombi passt im Freistaat gut zusammen, sagt Finanzminister Markus Söder. „Die Bayern sind den neuen Dingen sehr zugetan.“ Söder ist seit Herbst im Kabinett auch Chefstratege für die Breitbandversorgung in Bayern. Chief Information Officer heißt das im Fachjargon seines Hauses. Die These von den internetaffinen Bayern untermauert der „CIO“ bei einer Pressekonferenz am Mittwoch mit neuesten Zahlen des Digitalbarometers Bayern 2013: Die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts tns infratest belegt, dass mit 91 Prozent fast jeder Berufstätige in Bayern online ist. Bei den Schüler sind es sogar 99 Prozent. „Das ist auch für die Eltern gut zu wissen.“

Bayern übertreffe den Bundesschnitt, betont der Minister. Es ist allerdings mit Blick auf die nur knapp niedrigeren Vergleichszahlen von 89 und 96 Prozent ein Wimpernschlagsieg. Gute Werte gibt es auch bei den so genannten „Silver Surfern“. 26 Prozent der über 70-Jährigen in Bayern sind im World Wide Web zuhause. „Tendenz: steigend“, so Söder. Bei der Nutzungsdauer bleibt Bayern allerdings hinter den Bundesergebnissen zurück. Die Bürger im Freistaat sind im Schnitt täglich 2:09 statt 2:20 Stunden online. Die Arbeit am PC oder Notebook summiert sich auf 3:09 statt 3:27 Stunden.

Die Umfrage unter 1000 Bürgern offenbart große regionale Unterschiede. In Oberfranken leben die meisten Tablet-PC-Nutzer (17 Prozent), in Mittelfranken die meisten Besitzer von Notebooks (68 Prozent). Die Oberbayern hängen bei der Nutzung sozialer Netzwerke mit 42 Prozent alle anderen ab. Die Niederbayern sind Spitzenreiter beim Online-Shopping (59 Prozent) und haben auch beim Bloggen mit 47 Prozent die Nase vorn. Bei den Oberpfälzern fühlen sich nur 37 Prozent auf diesem Terrain zu Hause – hier gibt es allerdings mit „Regensburg digital“ eine bekannte Plattform.

Die Menschen im Regierungsbezirk Oberpfalz sind laut Digitalbarometer im Bayernvergleich mit 2:23 Stunden täglich die längste Zeit online. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass langsame Leitungen das Surfen im Internet zur zeitraubenden Angelegenheit machen. Söder streitet das bei der Pressekonferenz nicht ab. „Im Breitbandausbau Ostbayerns liegt die größte Herausforderung. Da werden wir nicht kleckern.“ Die entscheidende Zahl zu den weißen Flecken auf der digitalen Landkarte war längst vor der neuen Studie bekannt. „Wenn man von der Geschwindigkeit 50 Megabit ausgeht, sind 60 Prozent in der Stadt erschlossen und nur 17 Prozent auf dem Land“, sagt der Minister.

1000 Bürger lieferten Daten

Für das Digitalbarometer waren in der ersten Jahreshälfte 1000 Bürger befragt worden. Söder war da zwar noch nicht Digitalminister, wohl aber Chef der da noch von seinem Staatssekretär geleiteten IT-Stabsstelle der Staatsregierung. „Jetzt macht das der Minister“, betonte er. In neuer Verantwortung soll Söder bis 2018 den Freistaat mit einem Hochgeschwindigkeitsnetz versorgen. Bisher hakt es. Das vom früheren Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) aufgelegte Förderprogramm ist wegen strenger EU-Vorgaben hoch kompliziert. Bislang konnten kaum Förderbescheide erteilt werden.

Als weiteres Ziel hat sich Söder den Ausbau des E-Governments im Freistaats vorgenommen. „Wir werden das zum großen Thema machen. Das wird die Zukunft der Verwaltung sein“, sagt Söder. Auch im eigenen Haus ist die Eroberung der digitalen Welt allerdings noch im Entwicklungsprozess. Die Online-Version zum Digital-Barometer beschränkt sich auf ausgewählte Fakten. Es gibt keine Pläne, die komplette Studie auf der Homepage des Finanzministeriums zu veröffentlichen. Dabei fällt der Finanzminister persönlich in die Kategorie onlineaffin: 2726 Follower hat er im sozialen Netzwerk Twitter. Auf Facebook versorgen er und sein „Team Söder“ virtuelle Freunde mit Infos.

Das Digitalbarometer 2013 liefert ein Bündel an unterschiedlichsten Informationen: So stecken die meisten modernen Smartphones in den Taschen von Oberpfälzern (47 Prozent), Oberfranken ist mir 30 Prozent hier im Hintertreffen. Was vordergründig als vermeintlich bedeutungslose Zahl daherkommt, ist für die Wirtschaft beim Ausloten von erfolgversprechenden Kanälen für Kundenkontakte hoch interessant.

Onlinebanking hat im Freistaat unterschiedlich stark Fuß gefasst. Spitzenreiter ist mit 54 Prozent Unterfranken, das Schlusslicht bildet mit nur 24 Prozent erneut Oberfranken. Generell gibt es Vorbehalte, sensible Daten im Internet preis zu geben. Söder registriert ein hohes Sicherheitsbedürfnis. „Der Deutsche ist im Vergleich zu Bürgern anderer Länder generell zurückhaltender.“ Einzige Ausnahme bildeten die sozialen Netzwerke, dort werde teils sehr offen auch Privates preisgegeben.

An der Alterspyramie lässt sich der Siegeszug des Internets am deutlichsten ablesen. Faustformel: Je jünger, desto mehr ist online eine Selbstverständlichkeit. In der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen findet sich faktisch fast niemand, der das World Wide Web ignoriert. Bei den älteren Jahrgängen blättert es langsam ab.91 Prozent sind es noch bei den 40- bis 49-Jährigen, 78 Prozent bei den 50- bis 59-Jährigen, 59 Prozent bei den 60- bis 69-Jährigen.

Single-Haushalte sind

Grundsätzlich gilt zudem: Je größer der Haushalt, umso besser die Internetversorgung: So sind 60 Prozent der Single-Wohnungen online, 73 Prozent der Zwei-Personenhaushalte, aber 90 Prozent der Haushalte mit vier und mehr Personen.

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