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Bilanz

Osram schreibt schwarze Zahlen

Der Lichtspezialist hat im vergangenen Geschäftsjahr wieder schwarze Zahlen geschrieben. Dennoch sollen bis Ende 2014 ungefähr 8700 Stellen wegfallen.

Der Schriftzug von Osram spiegelt sich in einer Glühlampe der Firma. Das erste Mal nach dem endgültigen Abschied von Siemens präsentierte Osram am Dienstag mit den Zahlen für das Geschäftsjahr 2012/13 eine eigene Bilanz. Foto. Armin Weigel/dpa

München. Osram schreibt nach Umbau, Jobabbau und der Trennung von Siemens wieder schwarze Zahlen. Die frühere Lichttochter des Münchner Elektroriesen verbuchte dank des zuletzt guten Geschäfts mit Leuchtdioden-Produkten (LED) unter dem Strich einen Gewinn von 34 Millionen Euro, nach einem Verlust von 391 Millionen Euro im Jahr zuvor. „Der Erfolg macht uns stolz“, sagte Vorstandschef Wolfgang Dehen am Dienstag in München auf der ersten Bilanzvorlage nach dem Abschied von Siemens und dem Schritt auf das Börsenparkett im Sommer.

Doch der Wandel ist für den inzwischen im MDax notierten Konzern noch nicht ausgestanden. Das Unternehmen weitet den Abbau von Stellen weiter aus. Statt der zuvor 8000 sollen nun bis Ende 2014 weltweit ungefähr 8700 Stellen wegfallen. Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte der Konzern weltweit noch 35 000 Menschen. Die Zahl der Werke hat der Konzern von 43 auf 36 reduziert. Das Spar- und Umbauprogramm unter dem Namen „Push“ funktioniere besser als erwartet. Doch auch das Geschäft laufe wieder besser.

Umsatz werde deutlich wachsen, der Gewinn kräftig zulegen

„Nach dem erfolgreichen Börsengang haben wir auch operativ einen starken Endspurt hingelegt“, sagte Dehen. Und auch das jüngst begonnene Geschäftsjahr 2013/14 soll besser werden. Der Umsatz werde deutlich wachsen, der Gewinn kräftig zulegen. Unter anderem profitiert Osram vom wachsenden Bedarf der Autoindustrie an innovativer Beleuchtung. Aber auch Beleuchtungslösungen für Museen, wie jüngst etwa die Sixtinische Kapelle im Vatikan, sollen in den kommenden Jahren für Wachstum und vor allem mehr Umsatz sorgen.

Einfach war der Weg für Osram bisher nicht. Die Trennung von Siemens erwies sich als zähe Angelegenheit. Siemens – 1919 bei Osram eingestiegen – wollte eigentlich mit einem klassischen Börsengang Geld einsammeln, am Ende musste der Konzern aber etwas drauflegen. Statt die Papiere des traditionsreichen Unternehmens zu verkaufen, bucht Siemens seinen Aktionären für zehn Siemens-Papiere je eine Osram-Aktie ins Depot. Siemens ist seitdem mit weniger als 20 Prozent an Osram beteiligt – wie lange die Münchner noch bleiben, ist offen.

Klar ist, die Herausforderungen für Osram sind groß. Der Lichtmarkt wandelt sich. Die Glühbirne, der Osram wegen der einst für den Glühdraht verwendeten Materialen Osmium und Wolfram den Namen verdankt, ist weitgehend Geschichte. LED ist die Zukunft. Deren Entwicklung kostet viel Geld. Die Preise sind unter Druck, die Branche ringt um Marktanteile. Rivalen wie etwa der Samsung-Konzern oder LG Electronics sorgen für einen rauen Wettbewerb.

(dpa)

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