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Freitag, 15. Dezember 2017 3

Ausstellung

Trip durch die Oberpfälzer Kunstgeschichte

Die „Sammlung Bezirk Oberpfalz“ zeigt ihre spannendsten Arbeiten. Mit der Schau gibt die neue Leiterin Andrea Lamest ihre Visitenkarte ab.
Von Reinhold Willfurth, MZ

Leiterin Andrea Lamest vor einem Bild von Karl AichingerFoto: Willfurth

Schwandorf.Andrea Lamest ist in Sachen Kunst schon viel herumgekommen. In Odessa, der Metropole am Schwarzen Meer, versuchte sie sich in der Liaison von bildender Kunst mit Musik, und in St. Petersburg ließ sie sich vom unbefangenen Um- und Zugang des Ausstellungspublikums beeindrucken. Seit Januar betreut Lamest in der Nachfolge von Heiner Riepl das Depot des Bezirks Oberpfalz im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf – und geriet auch hier ins Staunen ob der stilistischen Bandbreite, der historischen Tiefe und der Qualität der gut 130 Gemälde, Zeichnungen, Plastiken und Objekte, alle aus der Hand Oberpfälzer Künstler. Die aus ihrer Sicht 60 interessantesten hat Andrea Lamest zur „Ausstellung Sammlung Bezirk Oberpfalz“ zusammengestellt, die am Sonntag um 11 Uhr eröffnet wird. Sie ist ein Streifzug durch die jüngere Geschichte darstellender Kunst in der Oberpfalz und die Namensliste eine Art Who’s Who der regionalen Kunstszene: Von Richard Vogl über Christine Sabel, Maria Seidenschwann und Paul Schinner bis hin zu Jürgen Huber, Günther Dollhopf und Wigg Bäuml sind viele Akteure mit Rang und Namen aus der Region vertreten.

Jedes Jahr erweitert der Bezirk seine Sammlung, die Ankaufkommission leitet Bezirkstagspräsident Franz Löffler persönlich. Das Künstlertrio, das im vergangenen Jahr in den Genuss der Ankäufe kam, steht bei der diesjährigen Ausstellung besonders im Fokus. Einer davon ist der 33-jährige Michael Hottner. Der Fronberger ist im Umkreis der Kebbelvilla aufgewachsen und freut sich besonders über dieses Heimspiel. Der Bezirk hat eine Zeichnung, die Hottner in Paris auf eine Kunststofffolie hinziseliert hat, angekauft. Sie zeigt eine Gruppe von Menschen, die verloren an einem Tisch kauert. „Dasein“ heißt das Werk.

Die beiden anderen Glücklichen sind bekannte Namen: Karl Aichinger hat zwei seiner auf den ersten Blick schreiend bunten Gemälde beigesteuert. Sie zeigen, dass es sich lohnt, einen Blick unter die Oberfläche zu wagen, die einem ein grelles Rot oder ein keckes Blau oder ein aufdringliches Orange vorgaukeln. Auch auf den Bildern von Richard Vogl geht es turbulent zu. „Schwebende“ zeigt eine junge Frau, die auf Händen (und auf Pfoten) getragen wird, und bei der „Himmelfahrt“ ist längst nicht ausgemacht, ob der Start ins Firmament auch wirklich glückt.

Die Ausstellung eröffnet am Sonntag (11 Uhr) im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf (Kebbelvilla, Fronberger Straße 31) und läuft bis 13. April.

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