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Geschichte

Überlebende besuchen Flossenbürg

In dem oberpfälzischen Konzentrationslager starben unter den Nazis mehr als 30 000 Menschen. Ehemalige Häftlinge gedenken wie jedes Jahr der Befreiung.

Ehemalige Häftlinge erinnerten in der KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg vor einem mit Blumen geschmückten Gedenkstein an die Opfer. Foto: dpa

Flossenbürg. Rückkehr an den Ort des Schreckens: Mehr als 50 ehemalige Häftlinge des Konzentrationslagers Flossenbürg haben am Sonntag an die Befreiung des Lagers vor 68 Jahren erinnert. „Sicherlich tut es weh, sich mit dem KZ Flossenbürg auseinanderzusetzen“, sagte der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller. Der Schmerz sei aber heilsam. „Er erinnert uns an das, was zählt: Demokratie, Toleranz und Mitmenschlichkeit“, sagte Freller laut Redemanuskript.

Das Gedenken bildete den Abschluss des jährlichen Treffens ehemaliger Häftlinge. In dem Konzentrationslager in der Oberpfalz waren zwischen 1938 und 1945 mehr als 100 000 Häftlinge interniert. Rund 30 000 Menschen starben. Einige der Überlebenden aus 16 Ländern hatten in den vergangenen Tagen an Zeitzeugengesprächen teilgenommen und Schülern von ihrer Verfolgung und Haft erzählt. Parallel dazu gab es ein internationales Jugendtreffen der Evangelischen Jugend Oberfranken.

„Wir Überlebenden freuen uns, wenn uns Fragen gestellt werden, wenn Menschen etwas von uns wissen wollen“, schilderte der aus Ungarn stammende KZ-Überlebende Stefan Hajdu. Er erlebte die Befreiung des KZs als 15-Jähriger, nachdem ihn ein ungarischer Pfleger versteckt hatte. „Als jüdischer Häftling hätte ich mit auf die Todesmärsche gehen müssen – wie hätte ich die überleben können?“, fragte Hajdu. Er hatte durch einen Bombensplitter ein Bein verloren und wog 34 Kilo. „Grapefruitsaft und Peanutbutter sind seither mein Geschmack von Freiheit und Befreiung.“

Derzeit wird auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers durch Umbauten die Topographie des historischen Lagergeländes wieder sichtbar gemacht. Die Baustelle am ehemaligen SS-Casino werde in naher Zukunft ein internationales Seminar- und Bildungshaus sein, kündigte Freller an, der für die CSU im Landtag sitzt. (dpa)

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