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Warum der Euro „Wahnsinn“ ist

Marc Friedrich und Matthias Weik sind fest davon überzeugt, dass unser Finanzsystem zwangsläufig zusammenbrechen wird. Die Frage lautet nur. Wann?
Von Christine Hochreiter, MZ

Matthias Weik (l.) und Marc Friedrich beim Gespräch mit der MZFoto: Lex

Regensburg.Den beiden ist geglückt, wovon andere träumen. Obwohl sie ursprünglich nur eine Stückzahl von 500 Exemplaren angepeilt hatten, wurde ihr Buch zu einem Überraschungserfolg. Von ihrem im kleinen Tectum Verlag erschienenen Werk „Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“ haben Matthias Weik und Marc Friedrich inzwischen fast 100000 Stück verkauft. Eine koreanische und chinesische Fassung ist im Werden.

Die Menschen aufwecken

An diesem Tag halten die jungen Wirtschaftswissenschaftler einen Vortrag bei einem Regensburger Finanzdienstleister. Warum sie das Buch geschrieben haben? „Wir halten seit Jahren als Finanzstrategieberater Vorträge zur Vermögenssicherung und wurden immer wieder nach schriftlichen Unterlagen gefragt.“ Also haben sich die zwei in ihrer Freizeit hingesetzt und etwas zu Papier gebracht. Das Ziel war es, „zu sagen, wie Geld funktioniert“, die Zusammenhänge des komplexen weltumspannenden Finanzsystems und der jüngsten Krise in einfachen Worten zu erklären – „durchaus mit Humor, aber dennoch rein faktenorientiert“, wie sie mit dem Verweis auf viele Seiten voller Fußnoten betonen. Ein Buch für jeden sollte es werden, mit vielen Zitaten, bisweilen etwas frech, aber auch unterhaltsam.

Sich selbst wollten sie dabei nicht beweihräuchern, sagen sie, sie wollen „die Menschen aufwecken“, es gehe ihnen um die Sache. Weik und Friedrich sind überzeugt, „dass das globale Finanzsystem – respektive die Banken – am Ende ist“. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis die größte Blase aller Zeiten – die Staatanleihenblase – platzen werde. Bevor ein Staat pleitegehe, werde er aber alle Register ziehen, um seinen Bankrott so weit wie möglich hinauszuzögern beziehungsweise auf die Bürger abzuwälzen. Der Euro werde scheitern, weil er lediglich ein politisches Währungsexperiment darstelle. Laut Weik stimmen sogar hochrangige Banker – gerne hinter vorgehaltener Hand – in diesem Punkt zu. Die Schuldenkrise in Europa sei noch lange nicht vorbei, sie habe noch gar nicht richtig begonnen.

Große Sorge bereitet den Ökonomen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Ländern wie Griechenland oder Spanien. Sie würden es am liebsten sehen, wenn diese Länder – am besten sofort – aus der Europäischen Währungsunion austreten würden, und es einen Schuldenschnitt geben würde. Der komme ohnehin irgendwann. Dann müsse man den betroffenen Staaten mit einer Art Marshall-Plan auf die Beine helfen, und dafür sorgen, dass dort eine nachhaltige wertschöpfende Industrie entstehe. Aktuell spalte der Euro Europa. Für ein politisches Konstrukt werde eine ganze Generation verbrannt, die aus eigener Kraft nicht für ihre Rente sorgen könne. Die Zeche zahlten die Bundesbürger. Durch die „Euro-Rettung“ habe man dem Wahnsinn lediglich Zeit erkauft.

Keine Schulden machen

Für den Einzelnen und sein Vermögen ergäben sich konkrete Schlussfolgerungen. In jedem Fall sollte man keine Schulden machen. Zudem sind „Papierwerte“ wie Riester oder Rürup nach Ansicht der Autoren „blanker Unsinn“ und auch Kapitallebensversicherungen eignen sich nach ihrer Überzeugung „gewiss nicht zur Altersvorsorge“. Das Zauberwort laute Sachwerte wie beispielsweise Edelmetalle oder auch Grund und Boden. Ein wichtiges Anliegen ist den Wirtschaftlern auch das Thema Bildung. Hier zahlten sich Investitionen in Zukunft mit Sicherheit aus. Denn am Ende gehe es immer um echte Werte.

Matthias Weik und Marc Friedrich kommen aus dem schwäbischen Waiblingen und haben Betriebswirtschaftslehre studiert. Sie sind Vermögensberater und halten Vorträge. Der Firmensitz der Friedrich & Weik Vermögenssicherung befindet sich in Stuttgart.

Ihr Werk „Der größte Raubzug der Geschichte” war monatelang in Bestsellerlisten vertreten: 14 Monate auf der Manager-Magazin-Wirtschaftsbestsellerliste. Topplatzierung: 3 mal Platz 1. 48 Wochen auf der Spiegel-Sachbuch-Paperback-Bestsellerliste. Topplatzierung: 11 mal Platz 2, 9 Wochen auf der Spiegel-Sachbuch-Hardcover-Bestsellerliste.

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