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Ökologie

Wie breitet sich Radioaktivität aus?

Bürgerinitiativen wollen herausfinden, wie sich in Deutschland Radioaktivität verbreiten würde. Für ihre Untersuchung lassen sie Luftballons steigen.

Aktivisten wollen eine Karte von Deutschland anfertigen, auf der eine mögliche Ausbreitung der Radioaktivität dargestellt wird. Foto: dpa

München.Mit einem Großversuch wollen Bürgerinitiativen herausfinden, wie sich bei einem schweren Unfall in einem Atomkraftwerk die Radioaktivität in Deutschland verbreiten würde. Am 16. November lassen Aktivisten um fünf Minuten vor 12 Uhr an sechs Atomkraftwerken sowie dem Forschungsreaktor in Berlin jeweils 500 Luftballons aufsteigen. Damit soll untersucht werden, wie sich radioaktive Stoffe bei einer großen Reaktorkatastrophe ausbreiten würden, teilten die Organisatoren am Freitag mit.

In Bayern gehen die Ballons in der Nähe des AKW Isar 1 sowie Grafenrheinfeld (Kreis Schweinfurt) in die Luft. Weitere Standorte sind das AKW Neckarwestheim, Grohnde, Lingen und Philippsburg. Damit die Aktion gelingt, müssen möglichst viele Menschen im ganzen Land darauf achten, wo die Luftballons landen und die Fundorte dann melden. Voraussichtlich werden die meisten Ballons in einer Entfernung von 50 bis 100 Kilometern gefunden. Doch könne es auch „hunderte Kilometer entfernt noch Fundstellen geben“, so die Aktivisten.

Mit den Daten wollen die Aktivisten eine Karte von Deutschland anfertigen, auf der sich die Bürgerinnen und Bürger „ein genaues Bild“ davon machen können, wie sich die Radioaktivität ausgebreitet hätte, wenn es am 16.11.2013 um 11.55 Uhr in einem der Reaktoren einen schweren Unfall gegeben hätte, so der Aufruf. Die Aktion wird von einem breiten Bündnis von Atomkraftgegnern unterstützt, darunter der Bund Naturschutz in Bayern oder die Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges.

Jeder Ballon ist mit einer Karte mit Codenummer gekennzeichnet. Die Fundorte mit genauer Angabe von Datum und Uhrzeit können direkt auf der Internetseite angegeben werden oder per Mail an info@atomalarm.info gemailt werden. Mit der Codenummer soll den Organisatoren zufolge eine Verfälschung des Ergebnisses verhindert werden. (epd)

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