Nachrichten 17.11.2009, 09:47 Uhr

Einmalige Chance

Wenn Schwimmer aus anderen Städten nach Regensburg kommen, staunen sie: nicht nur über die betörend schöne Altstadt, sondern auch über das Westbad. Anderswo träumen sie von einem 50-Meter-Becken mit Tribünen und allem Drum und Dran. Ganz zu schweigen von dem freundlichen Ambiente der Anlage und dem Standard der Sanitäreinrichtungen.

Genauso erstaunlich ist es aber auch, dass die Regensburger im deutschen Schwimmsport trotz dieser großartigen Halle so gut wie keine Rolle spielen. Anders ausgedrückt: Man macht viel zu wenig aus den Möglichkeiten, die man hier hat. Ein Beispiel: In Ingolstadt hat der dortige Schwimmverein 1700 Mitglieder. In Regensburg bringen es die Turnerschaft und der DJK Sportbund zusammen gerade auf etwa 630 Mitglieder. Dabei ist Ingolstadt kleiner als Regensburg und hat nicht einmal ein 50-Meter-Hallenbecken.

Nach dem Hauptgrund für die Flaute des Regensburger Schwimmsports muss man nicht lange suchen: die Koexistenz zweier Schwimmklubs, die miteinander rivalisieren. Man gräbt sich – ob gewollt oder nicht – gegenseitig das Wasser ab.

Insofern ist die Chance, die sich jetzt auftut, womöglich einmalig. Zugegeben, der Weg zu einem gemeinsamen Schwimmklub ist lang und mühsam. Persönliche Animositäten und andere Hindernisse müssen überwunden werden. Aber für das Ziel lohnt sich der Aufwand. Nur gemeinsam können die Regensburger Schwimmer in ihrem Sport etwas bewegen. Und wie gesagt: Es wird auch Zeit, dass sich etwas bewegt – bei dem Schwimmbad.

von GerdSchneider, MZ

 

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