Leserbrief zum Thema Familienrecht
Bei Trennungen muss man rasch handeln
Zu unserem Artikel „Familienrecht: Mehr Ressourcen nötig“ erreichte uns folgende Zuschrift:
Respekt, Hochachtung und Dank für Familienrichter Weber, der das Konzept des „Neumarkter Paktes“ praktizieren möchte, weil er es für gut und richtig hält. Dank ebenfalls an diejenigen Rechtsanwälte, die nicht versuchen, eine Scheidung zur finanziellen Höhenschlacht eskalieren zu lassen und auch an das Jugendamt, das eine „Stellenmehrung“ beantragt hat. Es sind gute weitere Entscheidungen hin zu rascherem Handeln bei Trennungen, wenn Kinder betroffen sind.
Darf es andererseits wahr sein, dass Herr Löhner lapidar erklärt, alles was die Verwaltung betreffe, sei Engpass-orientiert? Man werde sich in der nächsten Zeit damit beschäftigen.
Wir erinnern daran, dass es sich hier nicht um irgendwelche materiellen Dinge oder Angelegenheiten handelt, um die man sich irgendwann mal kümmern muss.
Es geht hier um Menschen, um Kinder jeglicher Altersgruppe, die – je länger sie vom anderen Elternteil getrennt sind (selbstverständlich sind nur liebevolle Mütter und Väter gemeint) – desto mehr leiden und desto größeren seelischen Schaden davon tragen. Kinder sind durch den Umstand Trennung/Scheidung sowieso extrem belastet. Es muss alles dafür getan werden, diese Belastungen zu mildern, keinesfalls noch zu steigern. Es sind schon viel zu viele Fälle, in denen der Faktor „Zeit“ dafür gesorgt hat, dass ein Kind seinen Vater gar nicht mehr erkennt, weil es ihn so lange entbehren musste. (PAS = Elternentfremdungssyndrom).
Es sind schon viel zu viele Fälle, in denen der Faktor „Geld“ verantwortlich ist, dass zu wenig Personal beispielsweise in Jugendämtern zur Verfügung steht. Es ist allerhöchste Eisenbahn, es brennt überall, aber an den entscheidenden Stellen hat man Dringenderes zu tun! Was kann dringender sein? Was kann wichtiger sein, als die Seelen unserer Kinder vor Schaden zu bewahren? Ihr Recht wird mit Füßen getreten. Wann wird es den Verantwortlichen klar, dass wir keine Zeit mehr haben? Sehr geehrter Herr Landrat, bitte versäumen Sie keine Minute, damit dem klugen Satz: „Kinder sind unsere Zukunft“ endlich signifikante Taten folgen können.
Hannelore Musshoff
2. Vorsitzende von Trennungsväter e. V.
Stroberstr. 22, Neumarkt



