Verbeugungen vor Richard Wagner: Bayreuth mit buddhistischem Ritual
Das beleuchtete Bayreuther Festspielhaus: Seit über 130 Jahren werden hier die Bayreuther Festspiele aufgeführt. (Archivfoto).
Ein buddhistisches Ritual erwartet in diesem Jahr die Festspielbesucher in Bayreuth. Die koreanischen Künstler Hyon-Soo Kim und Emmanuel Byok-Song Woo werden im Garten des Richard-Wagner-Museums Haus Wahnfried die Installation und Performance „Singender Lotus“ präsentieren.
Im Zentrum des Projekts steht nach Museumsangaben die Skulptur einer überdimensionalen Lotusblüte der Künstlerin Hyon-Soo Kim. Sie symbolisiert die Annäherung zwischen asiatischer und europäischer Geisteswelt. Zur Mittagsstunde um 12.00 Uhr soll hier ein „Interkulturelles Ritual“ stattfinden. Es handelt sich um das buddhistische Ritual der 108 Verbeugungen, welche die 108 Leidenschaften und Qualen repräsentieren. Das Ritual erfolgt schweigend und dauert zwischen 20 und 30 Minuten. Danach beschließt Emmanuel Byok-Song Woo die Performance mit zwei Wagner-Arien.
Wagner von Buddhismus und Hinduismus geprägt
Für das Denken Richard Wagners hätten Buddhismus und Hinduismus eine bedeutende Rolle gespielt, teilte das Museum mit. „Die innere Reise der Performance-Teilnehmer während der 108 Verbeugungen korrespondiert mit dem Motiv der Pilgerschaft in Wagners “Tannhäuser“ und der Gralssuche im “Parsifal“.“ Nach der Premiere am 25. Juli wird die Performance bis zum 25. August noch weitere fünf Mal gezeigt.
Zum Begleitprogramm der Festspiele zählt auch die Ausstellung „Walküren“, die Katharina Wagner und Oberbürgermeister Michael Hohl am Dienstag (24. Juli) im Haus Wahnfried eröffnen werden. Der 1972 in Buenos Aires geborene Künstler Mariano Rinaldi Goñi zeigt in seinen Bildern die Halbgöttinnen der nordischen Mythologie in einer zeitgenössischen Reinkarnation - schlank, jung und sexy, mit Piercings und Tätowierungen. Im Haus Wahnfried werden kleinformatige Leinwandarbeiten und aufklappbare „Flügelaltäre“ zu sehen sein. Parallel dazu werden im Bayreuther Rathaus großformatige Arbeiten Goñis gezeigt. Die beiden Ausstellungen sind vom 25. Juli bis zum 28. August zu sehen.
Das Haus Wahnfried wurde 1874 fertig gestellt und im selben Jahr von Richard Wagner und seiner Familie bezogen. Wagner gab dem Haus den Namen „Wahnfried“, weil hier sein „Wähnen“ Frieden gefunden habe. Im Garten des Hauses befinden sich die Grabstätten des Komponist und seiner Frau Cosima.


