Sex-Affäre: US-Gouverneur Spitzer zurückgetreten
„Private Verfehlungen“: Der New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer (hier mit seiner Frau Silda Wall) erklärte am Mittwoch seinen Rücktritt. Er habe eine Prostituierte eigens von New York nach Washington kommen lassen und für Liebesdienste insgesamt mehrere zehntausend Dollar gezahlt.
Abruptes Ende einer steilen Karriere: Wegen einer Prostituierten-Affäre hat der New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer (48) am Mittwoch seinen Rücktritt erklärt. Er könne nicht zulassen, dass seine „privaten Verfehlungen“ seine Arbeit für ein öffentliches Amt störten, sagte Spitzer auf einer Pressekonferenz. Der Regierungschef des Staates New York, der sich vor allem als Saubermann und „Sheriff der Wall Street“ einen Namen gemacht hatte, war Kunde eines exklusiven Sexclubs. Er hatte eine Prostituierte eigens von New York nach Washington kommen lassen und für Liebesdienste insgesamt mehrere zehntausend Dollar gezahlt.
„Es tut mir zutiefst leid, dass ich nicht den in mich gesetzten Erwartungen entsprochen habe“, sagte er, seine Frau Silda an seiner Seite, mit der er seit 21 Jahren verheiratet ist. Der Karrierejurist hat mit ihr drei Töchter im Teenager-Alter. „Die Reue, die ich empfinde, wird mich auf ewig begleiten.“ Spitzers Posten übernimmt sein bisheriger Stellvertreter, der blinde David Paterson, der dadurch erster schwarzer Gouverneur von New York wird. „Ich bin tief betrübt über das, was wir erfahren haben“, sagte Paterson.
Spitzer hatte das Amt erst Anfang 2007 übernommen und galt als einer der Hoffnungsträger der demokratischen Partei. Als Gouverneur kündigte er neue ethische Standards für die Politik an. Zuvor war er acht Jahre lang oberster Staatsanwalt des Staates New York. Als Strafverfolger machte er durch sein hartes Vorgehen gegen Finanzkriminalität an der Wall Street Schlagzeilen. Mindestens zweimal ließ er auch einen Prostitutionsring auffliegen und verschärfte zudem den Kampf gegen Korruption.
Ermittler waren Spitzer im vergangenen Monat auf die Spur gekommen, als er einen Termin mit einer New Yorker Prostituierten in einem Hotel in Washington vereinbarte. Die Bundespolizei FBI, die das Telefonat abgehört hatte, identifizierte Spitzer als „Klient Nr. 9“ eines internationalen Callgirl-Rings. Medienberichten zufolge reservierte der Gouverneur unter dem Namen „George Fox“ ein Hotelzimmer und zahlte einer Prostituierten 4300 Dollar. Der „Emperor’s VIP Club“, dessen Dienste Spitzer in Anspruch genommen habe, vermittelte den Berichten zufolge Prostituierte an betuchte Kunden in New York, Paris, London, Miami und Washington.



