Gutachter: Transrapid kann bei Stromausfall nicht mehr bremsen
Ein Gutachten stellte fest, dass es bei Stromausfall zu Bremsproblemen beim Transrapid kommen könnte.
Beim Münchner Transrapid-Projekt sieht ein Kritiker-Gutachten „gravierende Sicherheitsmängel“. Bei einem Stromausfall würden etwa die Bremsen komplett lahm gelegt. „Diese Bahn würde dann mit voller Geschwindigkeit in einen der beiden Endbahnhöfe einfahren und dort zerschellen“, sagte Gutachter Martin Vieregg am Donnerstag in Unterschleißheim bei München. „Eklatante Risiken“ etwa bei den Notkufen sieht die Anti-Transrapid- Einwendergemeinschaft (ATEG). Sie hatte das Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben.
Besonders gefährlich ist Vieregg zufolge das elektrische Bremssystem. Bei einem Stromausfall durch technischen Defekt, Computerfehler oder Blitzschlag könne der Transrapid nicht mehr bremsen. Auch die Tragmagnete würden ausfallen und der Zug auf Notkufen aufsetzen. Diese würden sich erhitzen und möglicherweise die Batterien in Brand setzen. Ein anderes Bremssystem sei notwendig.
Der Transrapid verfüge über zwei orts- und funktionsunabhängige Bremssysteme, dadurch sei ausgeschlossen, dass durch äußere Ereignisse beide Bremssysteme gleichzeitig ausfielen, sagte demgegenüber der Sprecher von Transrapid International in Berlin, Peter Wiegelmann. Die generatorische Bremse befinde sich in stationären Einrichtungen in den Unterwerken entlang der Strecke und sei mehrfach vorhanden. Sollte das Versorgungsnetz ausfallen, dann greife automatisch die versorgungsunabhängige Wirbelstrombremse, mit der das Fahrzeug bis zum Stillstand abgebremst werde.
Alle Bordsysteme funktionierten vom Versorgungsnetz unabhängig, führte Wiegelmann aus. Die Bordenergie werde durch vier unabhängige Bordnetze pro Sektion gespeist, die jedes für sich die Schwebe- und Bremsfunktion gewährleisteten. Das Fahrzeug erzeuge bei der Fahrt seine Energie selbst und sei deshalb unabhängig vom Versorgungsnetz.
Bayerns Verkehrsminister Erwin Huber (CSU) wies die Behauptungen zu angeblichen Sicherheitsmängeln ebenfalls entschieden zurück. „Hier werden völlig unbegründete Ängste geschürt. Dass hier versucht wird, mit einem Gefälligkeitsgutachten eine rein populistische Kampagne gegen den Transrapid zu untermauern, ändert an den Fakten nichts“, sagte Huber in München. Das Sicherheitskonzept für die geplante Strecke sei erst kürzlich vom Eisenbahn-Bundesamt genehmigt worden.
Nach dem Willen der bayerischen Staatsregierung soll der Münchner Transrapid ab 2011 den Hauptbahnhof mit dem Flughafen verbinden. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Die ATEG will nach eigenen Angaben in diesem Verfahren das Projekt zu Fall bringen.
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