Top-Story 14.06.2007, 10:09 Uhr

Regensburger Mückenfalle hilft in armen Infektionsgebieten

Eine normale Stechmücke. Gegen gefährlichere Mücken, wie die asiatische Tigermücke, kommt nun eine Regensburger Mückenfalle zum Einsatz.

Eine normale Stechmücke. Gegen gefährlichere Mücken, wie die asiatische Tigermücke, kommt nun eine Regensburger Mückenfalle zum Einsatz.

Ein von Regensburger Forschern entwickelter Mückenfänger, der weltweit gefährliche Infektionen verhindern soll, hat eine internationale Auszeichnung erhalten. Bei dem Wettbewerb der Weltbank und der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung sei die Mückenfalle bei 2900 eingereichten Projekten unter den 22 Gewinnern gewesen, teilte die Universität Regensburg mit.

Mit der Falle sollen die wichtigsten Überträger des Dengue-Fiebers, beispielsweise die Asiatische Tigermücke, angelockt und so Epidemien verhindert werden. Das Gerät zieht Insekten an, indem der menschliche Duft imitiert wird. Die Mücken werden dann mit Luft einsaugt. Das Preisgeld in Höhe von rund 142 000 Euro fließt als Zuschuss in ein Projekt der Regensburger in Brasilien. Dort soll die deutsche Mückenfalle in 600 Haushalten getestet werden.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jedes Jahr mehr als 50 Millionen Menschen an dem Fiberinfekt. Eine vorbeugende Impfung gibt es nicht. Insekten übertragen mit Stichen das gefährliche Virus, das grippeartige Symptome auslösen kann. Manchmal kommt es auch zu inneren Blutungen und selten auch zu Todesfällen.

Der Regensburger Mückenfänger ist nach Angaben der Wissenschaftler speziell für Bewohner von Städten interessant. Denn dort sei eine konventionelle Bekämpfung der gefährlichen Mücken mit Insektiziden schwierig. Zudem sei die Falle für die Umwelt völlig harmlos.

Die Fallen in Form eines unscheinbaren Stoffzylinders sind dafür gedacht, in Räumen aufgestellt zu werden. Ab 2008 soll die Mückenfalle preisgünstiger hergestellt und damit auch für den großflächigen Einsatz in vielen ärmeren Staaten in Asien und Lateinamerika bezahlbar werden.

Der weltweite Development Market Place Wettbewerb zeichnet nach Angaben der Weltbank kleinere, innovative Entwicklungsprojekte aus, die sich für arme Menschen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Bevölkerung einsetzen.

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