Oberpfalz & Bayern 18.06.2012, 21:07 Uhr

Schluss mit dem „Tanken an der Tanke“

Seit dem 1. Juni darf in ganz Bayern Alkohol nachts nur an Reisende und nur in geringen Mengen verkauft werden. Vorreiter ist Regensburg.

Zwei Jugendliche stoßen mit Bier an. (Foto: dpa)

Zwei Jugendliche stoßen mit Bier an. (Foto: dpa)

Von Claudia Bockholt, MZ

Regensburg/München. Dieselmotoren brauchen es kaum noch – bei vielen jungen Leuten hingegen gehört das „Vorglühen“ zum Ausgehritual. Weil lautstarkes In-Stimmung-Trinken oft an Tankstellen stattfand und die angeschlossenen Shops regelmäßig mitten in der Nacht als Nachschubbasis genutzt wurden, hat die Stadt Regensburg dem „Tanken an der Tanke“ bereits im Frühjahr einen Riegel vorgeschoben – nicht zuletzt, um den lärmgeplagten Bewohnern der Altstadt etwas Erleichterung zu verschaffen.

Das Bayerische Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen hat jetzt nachgezogen und an alle Regierungen, Kreisverwaltungsbehörden und Gemeinden „Vollzugshinweise zu § 6 Ladenschutzgesetz“ herausgegeben. Darin wird klargestellt, dass die Sonderregelung für Tankstellen an Sonn- und Feiertagen und außerhalb der üblichen Ladenschlusszeiten – zwischen 20 Uhr und sechs Uhr morgens – ausschließlich der Versorgung von Reisenden dient. „Nichtreisende“ sind demnach in jedem Fall Gruppen, die eine Tankstelle als Treffpunkt nutzen. An sie darf seit dem 1. Juni kein Alkohol mehr verkauft werden. Und: Reisende im Sinne des Gesetzes erhalten nur eingeschränkte Mengen – zwei Liter Bier etwa oder eine Flasche Wein. Das verhindert, dass bereits Angetrunkene ins Auto steigen, um auf diese Weise an den Kasten Bier oder die Flasche Wodka zu kommen, die ihre Party in Schwung hält.

„Es ist nicht notwendig, dafür zu sorgen, dass die Menschen 24 Stunden am Tag Alkohol kaufen können“, begründet Staatssekretär Markus Sackmann die Entscheidung seines Ministeriums. Auch in München suche man nach Wegen, das um sich greifende „Komasaufen“ in den Griff zu bekommen. Laut Sackmann trinken Jugendliche heute zwar insgesamt weniger als früher – doch die, die zur Flasche greifen, hören allzu oft erst dann auf, wenn sie umfallen.

 

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