Minister füllt im Kindergarten die Brotzeitdosen
Helmut Brunner startet Modellprojekt für gesunde Ernährung in Lappersdorf.
„Magst du Erdbeeren mit Käse?“, fragt Minister Brunner den Kindergartenbuben. Foto: Stöcker-Gietl
Lappersdorf. Pumpernickel mit Kräuterquark, Erdbeeren mit Käse, Wienerl mit Gurke und Vollkornbrot: Lecker sehen die kleinen Happen aus, die an einem langen Buffet im Kinder-Familien-Haus St. Elisabeth in Lappersdorf (Lkr. Regensburg) aufgebaut sind. Staatsminister Helmut Brunner, zuständig für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, legt Vincent einige Karottenstücke in die Brotzeitdose. „Was magst du noch probieren?“, fragt er den Fünfjährigen. Beim würzigen Kräuterquark schüttelt der Blondschopf den Kopf. Dann schon lieber süße Erdbeeren.
Damit es schmeckt und gut tut
Es ist eine ungewöhnliche Brotzeit, die die Kindergartenkinder an diesem Montag erleben. Denn neben Minister Brunner sind drei weitere Landtagsabgeordnete und viele Repräsentanten gekommen, um ihnen beim Essen zuzusehen. Grund ist der Start eines bayernweiten Modellprojektes unter dem Namen „Familien mit Kindern von 3 bis 6 Jahren Netzwerk Ernährung und Bewegung“. Im Rahmen einer Frühstückswoche, erfahren Eltern und Kinder was in die Brotdose soll, damit es schmeckt und dem Körper gut tut, erläutert Brunner. Bayernweit beteiligen sich fünf Kindergärten an der Aktion. In naher Zukunft soll das Angebot flächendeckend durchgeführt werden. Franziska bewundert das Obst- und Gemüsesortiment, das in großen Holzkisten lagert. Karotten, Kohlrabi, Radieschen, alles biologisch erzeugt. „Sieht schön aus“, findet das Mädchen. Für Ingeborg Bauer, Leiterin des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Regensburg, ist es wichtig, dass die Kinder nicht nur abgepacktes Gemüse aus dem Supermarkt essen. Wissen, wo die Nahrung herkommt, ist ein Schwerpunkt in diesem Ernährungsprogramm. Wie vielfältig das Angebot allein rund um Lappersdorf ist, zeigen die Stände, die im Foyer aufgebaut sind. Landwirtschaftliche Betriebe haben Obst und Gemüse, Käse oder selbstgebackenes Brot aus ihrer Produktion mitgebracht und bieten Kostproben an.
Erdbeeren gibt es rund um die Welt
Johannes kaut auf einem Stückchen Brot. Toastbrot oder Vollkornbrot, heißt die Frage. Das ist leicht. Schwieriger wird es schon bei den Erdbeeren, die alle gleich aussehen, wenngleich die einen aus Südafrika, die anderen aus Italien und die dritten aus Oberbayern kommen. „Wir sehen die immer größer werdende Entfernung zwischen Nahrungsmittelproduktion und Verbraucher mit großer Sorge“, sagt Bauer.

