G8 soll reformiert werden
Beim Spitzentreffen in der Staatskanzlei einigten sich die Teilnehmer auf Korrekturen am bisherigen System. Ein Zurück zum G9 wird es nicht geben.
Das achtjähriger Gymnasium steht immer wieder in der Kritik. Nun soll es reformiert werden. Foto: dpa
München. Das umstrittene achtjährige Gymnasium (G8) soll mit umfassenden Korrekturen aus der Kritik kommen - ein komplettes Zurück zum alten G9 wird es aber definitiv nicht geben. Darauf verständigten sich Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und die schwarz-gelbe Koalition am Freitag bei einem Spitzentreffen mit Lehrern, Eltern und Schülern in der Staatskanzlei. Gymnasiasten sollen aber in der Mittelstufe bei Bedarf ein Jahr zusätzlich einlegen können - ohne dass dies dann als Wiederholen zählt. Das berichtete Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) nach dem Treffen.
Zudem sollen - so die Einigung - der Stoff „maßvoll“ reduziert und der Unterrichtsausfall effektiver bekämpft werden. In 11 von 25 Fächern sollen die Lerninhalte eingedampft werden. Zudem sollen Blockseminare zur Förderung der Schüler angeboten werden können. Die Maßnahmen werden aber noch nicht zum kommenden Schuljahr greifen.
Spaenle: „Das bayerische Gymnasium steht für Qualität“
„Das bayerische Gymnasium in seiner achtjährigen Form hat sich bewährt. Es steht für Qualität. Es wird beibehalten“, sagte Spaenle am Freitagabend bei einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei.
Die Frage, wie die „zusätzliche Lernzeit“ von einem Jahr in der Mittelstufe ausgestaltet wird, soll im weiteren Gespräch zwischen Staatsregierung, Koalition, Eltern, Lehrern und Schülern geklärt werden. Auch eine weitere Spitzenrunde mit Seehofer ist geplant. Bereits am 31. Juli will das Kabinett über die Details beraten.
Um den Unterrichtsausfall effektiver zu bekämpfen, sollen sofort 250 Lehrerstellen zusätzlich für die „Mobile Reserve“ bereitgestellt werden. Zudem gibt es einen Einstieg in die sogenannte integrierte Lehrerreserve an Schulen - also eine Art Personalpuffer.
Für Mathematik und Deutsch kann es in der Mittelstufe - je nach Entscheidung der einzelnen Schulen - mehr Zeit geben: eine Stunde mehr für Mathe in Jahrgangsstufe 8 und eine Stunde mehr für Deutsch in Jahrgangsstufe 10. Dazu heißt es in dem Beschluss der Runde: „Über Auswahl und Einsatz der Förderinstrumente entscheidet jede Schule vor Ort.“ Die FDP-Bildungsexpertin Renate Will begrüßte dies als weiteren Schritt hin zu einer eigenverantwortlichen Schule.

