Oberpfalz & Bayern 14.07.2012, 21:43 Uhr

Das G8 wird schlanker

Weniger Biologie und weniger Geografie, in Geschichte weniger Mittelalter und mehr Neuzeit – das gehört zur geplanten Reform des achtjährigen Gymnasiums.

Die Reform des G8 ist beschlossen – nun müssen die Details ausgearbeitet werden. Foto: dpa

Die Reform des G8 ist beschlossen – nun müssen die Details ausgearbeitet werden. Foto: dpa

München. Nach dem Grundsatzbeschluss zu einer Reform des achtjährigen Gymnasiums (G8) in Bayern steht nun die Detailarbeit zur Umsetzung an. Zur Reduzierung der Stofffülle sind in der Oberstufe unter anderem Kürzungen in Biologie und Geografie geplant. Im Fach Geschichte soll das Mittelalter zugunsten von Zeitgeschichte reduziert werden. Außerdem solle bei den Fremdsprachen der Literaturkanon reduziert und mehr mit Textauszügen gearbeitet werden, bestätigte Kultusstaatssekretär Bernd Sibler (CSU) einen Bericht der Tageszeitung „Münchner Merkur“ (Samstag).

Insgesamt sollen in 11 von 25 Fächern die Lerninhalte eingedampft werden. Die oft auch kritisierte schriftliche Abi-Prüfung in Mathematik soll allerdings bestehen bleiben.

Bei einem G8-Krisengespräch in der Staatskanzlei hatten sich Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und die schwarz-gelbe Koalition am Freitag auf umfassende Korrekturen im achtjährigen Gymnasium verständigt, eine Rückkehr zum alten G9 aber ausgeschlossen. An dem Spitzentreffen hatten auch Vertreter der Lehrer, Eltern und Schüler teilgenommen. Künftig sollen Gymnasiasten in der Mittelstufe bei Bedarf ein Jahr zusätzlich einlegen können - ohne dass dies dann als Wiederholen zählt.

Der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold kritisierte die Ergebnisse des G8-Spitzengesprächs. „Wie immer hat die Staatsregierung einen schlechten Kompromiss gemacht“, sagte Pronold am Samstag am Rande des SPD-Landesparteitags in Amberg. Er fühle sich an des Kaisers neue Kleider erinnert, die die bekannten Defizite kaschieren sollten. „Das Intensivierungsjahr als andere Umschreibung für Sitzenbleiben ist keine Konzeption.“

„Eine moderne Schule muss die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen, sich das Wissen, das sie brauchen, anzueignen. Und das geht mit starren Regelungen und Vorgaben nicht“, sagte Pronold. Die Schüler müssten je nach individuellen Interessen Schwerpunkte setzen können. „Ich bin entsetzt, wie eng das Konzept beim heutigen Abi ist.“ (dpa)

 

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