Oberpfalz & Bayern 15.08.2012, 12:26 Uhr

Katholiken feiern Mariä Himmelfahrt

In 1700 bayerischen Gemeinden wird am Mittwoch nicht gearbeitet. Im Freistaat finden Lichterprozessionen, Wallfahrten und Gottesdienste statt.

Im vergangenen Jahr wurde an der Wallfahrtsstätte Maria Vesperbild der Feiertag mit einer Lichterprozession begangen. Foto: dpa

Im vergangenen Jahr wurde an der Wallfahrtsstätte Maria Vesperbild der Feiertag mit einer Lichterprozession begangen. Foto: dpa

München. Bayerns Katholiken haben am Mittwoch das Kirchenfest Mariä Himmelfahrt gefeiert. Mit Gottesdiensten, Lichterprozessionen und der traditionellen Kräuterweihe erinnerten sie an die Aufnahme Marias, der Mutter Jesu, in den Himmel. Während der Tag in den katholischen Regionen des Freistaats ein gesetzlicher Feiertag war, mussten die Menschen in evangelisch geprägten Gegenden arbeiten. In Städten wie Nürnberg und Bayreuth mit überwiegend evangelischer Bevölkerung freute sich der Einzelhandel über einen Kundenansturm aus dem katholischen Umland.

Mariä Himmelfahrt war in 1700 der 2056 Gemeinden Bayerns ein Feiertag. Dies ist der 15. August sonst nur noch im Saarland.

Mariä Himmelfahrt, auch „Großer Frauentag“ genannt, geht darauf zurück, dass die Apostel angeblich nach Marias Tod in ihrem Grab den Leichnam nicht mehr vorfanden, stattdessen aber duftende Blumen und Kräuter. Daher werden an diesem Tag Kräuter zu Sträußen gebunden und in den Gottesdiensten geweiht. Traditionell bestehen die Sträuße aus bis zu 77 Getreidearten, Gewürzpflanzen und Heilkräutern. Dem Volksglauben nach sollen sie - kopfüber aufgehängt - vor Unwettern und Krankheiten schützen.

Eine der größten Lichterprozessionen sollte auch in diesem Jahr im schwäbischen Wallfahrtsort Maria Vesperbild stattfinden. Die Wallfahrtsdirektion erwartete an die 20 000 Gläubige. An einem Freialtar vor der Mariengrotte sollte am Abend der Erzbischof von Berlin, Kardinal Rainer Maria Woelki, das Pontifikalamt halten. Andere Pilgerzüge führten etwa nach Maria Eich oder zur berühmten Wieskirche. Am Bodensee wurden am Abend rund 4000 Menschen aus ganz Europa zur 31. Fatima-Schiffsprozession erwartet. Dabei fahren die Gläubigen mit Schiffen von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus auf den See und beten gemeinsam für ein christliches Europa.

In der Innenstadt Nürnbergs wurden währenddessen am Nachmittag in den Parkhäusern die Plätze knapp. Viele Menschen aus dem Umland nutzten den Tag zum Einkaufen. „Für uns läuft es wirklich sehr gut“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Kaufhauses Wöhrl, Harald Zeuner, der Nachrichtenagentur dpa am Mittag. Es seien doppelt bis zweieinhalb mal so viele Kunden da wie an einem normalen Werktag. „Wir bewegen uns annähernd auf dem Niveau des Vorjahres.“ Dieses sei bereits hervorragend gewesen.

Zufrieden war auch der Geschäftsführer von Karstadt in Bayreuth, Peter Meinert: „Das Haus ist voll.“ Der Feiertag im Umland sei auf jeden Fall zu spüren, sagte er. (dpa)

 

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