Zwei Oberpfälzerinnen verschwunden
Von Maria Baumer aus Muschenried im Landkreis Schwandorf und Anna Poddighe aus Amberg gibt es seit Monaten kein Lebenszeichen. Einen Zusammenhang vermutet die Polizei aber nicht. Alle Recherchen verliefen bisher ins Leere.
Regensburg. „Mandat ruht“ heißt es auf der Homepage der Katholischen Landjugendbewegung Bayern (KLJB) hinter dem Namen Maria Baumer. Die 26-jährige Landesvorsitzende aus Muschenried im Landkreis Schwandorf ist verschwunden. Seit Monaten. Fünf Tage nach ihrer Wahl in den KLJB-Vorstand. Die Familie, der Verlobte – sie alle können sich nicht erklären, was passiert ist. Genauso mysteriös ist der Fall von Anna Poddighe aus Amberg. Auch sie ist scheinbar grundlos verschwunden. Von der 41-Jährigen fehlt seit Juni jede Spur. „Die beiden Fälle haben tatsächlich sehr viele Ähnlichkeiten, aber es gibt keinen erkennbaren Zusammenhang“, sagte am Freitag Polizeisprecher Michael Rebele auf MZ-Nachfrage.
Aktenzeichen XY will berichten
Alle Recherchen verliefen sowohl im Fall Maria Baumer als auch im Fall Anna Poddighe ins Leere. „Wir wissen nur, dass wir nichts wissen“, sagt Rebele. In Vermissten-Foren im Internet sind die Oberpfälzerinnen mit ihren Fahndungsaufrufen gelistet. Doch niemand meldete sich bislang dazu. Im Fall der Vermissten Maria Baumer hat die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ inzwischen Interesse bekundet, in einer der kommenden Sendungen zu berichten, bestätigt Rebele.
Maria Baumer, die als zuverlässig und bodenständig gilt, wurde am 26. Mai um zehn Uhr das letzte Mal von ihrem Verlobten gesehen. „Danach wurde noch eine SMS von ihrem Handy verschickt, in der steht, dass sie auf dem Weg von Nürnberg nach Hamburg sei“, so Rebele. „Aus kriminalpolizeilicher Sicht ist diese Spur nicht verwertbar. Wir können noch nicht einmal sicher sein, dass Maria Baumer die Nachricht selbst abgeschickt hat.“ Bei Verwandten in Hamburg kam die 26-jährige jedenfalls nie an. Nichts deutet darauf hin, dass die junge Frau eine Auszeit nehmen wollte. Ihr Auto steht zu Hause. Zudem hatte sie gerade ihren Master an der Uni Bayreuth abgelegt und sollte wenige Tage später eine Arbeitsstelle bei einem Windanlagenhersteller antreten. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen, ohne eine konkrete Spur, wie Rebele sagt. Es gibt keinen Handykontakt und keine Kontobewegungen. „Aber natürlich haben wir die Hoffnung, dass wir Maria Baumer irgendwann lebend finden werden.“





