Fliegerbombe lagert in Bunker
Ein Fußgänger entdeckt auf einem Acker in Ismaning eine Weltkriegsbombe – doppelt so groß wie die Schwabinger Bombe, die vor drei Wochen gesprengt wurde. Anwohner müssen am Sonntag vier Stunden lang ihre Häuser räumen.
Ein Feuerwehrauto fährt am Sonntag in Ismaning bei München an geparkten Polizeiautos vorbei. Rund 20 Kilometer vom Münchner Flughafen entfernt ist eine Weltkriegsbombe gefunden und abtransportiert worden. Foto: dpa
Ismaning. Die im oberbayerischen Ismaning entdeckte Fliegerbombe ist abtransportiert worden. „Der Sprengmeister hat gesehen, dass es sich um eine konventionelle Bombe mit einem Aufschlagzünder handelt“, berichtete ein Sprecher des Polizeipräsidiums München am Sonntagabend. „Aufgrund dessen konnten wir sie abtransportieren.“ Derzeit lagere der Sprengsatz in einem Bunker in Oberschleißheim bei München. „Die Bombe ist in Sicherheit“, sagte Andreas Heil von der Würzburger Firma Tauber Spezial am Montag. Das Unternehmen ist bayernweit mit dem Entschärfen und Sprengen von Kriegsbomben beauftragt. Der Blingänger soll auf einem abgesperrten Gelände „in einer ruhigen Minute weiter behandelt und entschärft werden“, erläuterte Heil. Einen konkreten Zeitpunkt gebe es noch nicht. Es gehe aber keine Gefahr mehr von dem Zünder aus.
Etwa 75 Menschen im Umkreis von rund 900 Metern um den Fundort hatten für vier Stunden ihre Wohnungen verlassen müssen. Die Bombe war am Samstag auf einem Acker entdeckt worden. Ihre Sprengkraft ist doppelt so hoch wie die des Blindgängers, der im August im Münchner Stadtteil Schwabing gesprengt worden war und große Schäden angerichtet hatte.
Ein sogenannter Sondengänger hatte den Sprengkörper am Samstagabend auf dem Acker mit einem Metallsuchgerät entdeckt. Der Bereich wurde umgehend gesperrt, am Sonntagmittag verkehrte auch die Linie 8 der S-Bahn zum rund 15 Kilometer entfernten Flughafen nicht mehr, der Airport war ab dort nur noch mit Ersatzbussen erreichbar. In der unmittelbaren Nähe des Fundorts befindet sich hauptsächlich Gewerbefläche und ein Sportplatz. Wohnhäuser stehen dort nur vereinzelt.
Erst Ende August waren nach dem Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Münchener Stadtteil Schwabing ganze Straßenzüge gesperrt und zahlreiche Häuser evakuiert worden, nachdem die Munition nicht entschärft werden konnte. Sie wurde gesprengt. Die Explosion richtete einen Schaden in Millionenhöhe an. (dpa/dapd)







