Oberpfalz & Bayern 07.10.2012, 13:15 Uhr

Wiesn endet mit mehr „Bierleichen“

Nach zwei Oktoberfest-Wochen zieht die Polizei Bilanz: 2012 mussten mehr Betrunkene medizinisch versorgt werden als im Vorjahr. Zudem gab es mehr Raufereien.

Am Sonntag ging in München das Oktoberfest zu Ende. Foto: dpa

Am Sonntag ging in München das Oktoberfest zu Ende. Foto: dpa

München. Mehr Betrunkene und mehr Prügeleien hat das Münchner Oktoberfest in diesem Jahr erlebt – trotz gesunkener Besucherzahl. Oktoberfest-Chef Dieter Reiter sprach in seiner Bilanz von einer bayerischen, familienfreundlichen und gut besuchten Wiesn. Schausteller, Wirte und Beschicker seien zufrieden. Die Polizei indes erklärte, die Zahl ihrer Einsätze gehe über das normale Maß hinaus.

Das Bayerische Rote Kreuz versorgte in den zwei Festwochen 827 Betrunkene, 2011 waren es noch 777. Die Polizei musste ebenfalls häufiger ausrücken als im vergangenen Jahr. Mehr als 2000 Einsätze zählten die Ordnungshüter, das ist ein Anstieg um 3,5 Prozent im Vergleich zu 2011. Insgesamt kam es zu 66 Maßkrugschlägereien, im Vorjahr waren es noch 58. „Da gehen wir schon ans Limit und ein Stück drüber hinaus“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Wenger.

Weniger Fläche als sonst für Wiesn-Wirte

Insgesamt besuchten 6,4 Millionen Menschen 2012 die Wiesn. Damit feierten etwa eine halbe Million Menschen weniger als 2011 auf dem größten Volksfest der Welt. Die Wiesn-Wirte hatten dieses Jahr aber auch weniger Fläche als sonst, da in der ersten Woche auf dem Gelände auch noch ein Landwirtschaftsfest stattfand.

6,9 Millionen Maß Bier gingen über den Tresen – 116 Ochsen und tausende Brathähnchen ließen für das Oktoberfest ihr Leben. In der ersten Woche sei das Gelände aber wesentlich voller gewesen als in der zweiten, sagte Reiter. Die Schausteller machten trotzdem an den letzten Tagen Kasse. Vor allem der Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) sei so erfolgreich gewesen wie Jahrzehnte nicht: „Das war wohl der Traumtag für die Schausteller überhaupt“, sagte Reiter.

Sehr viele Besucher trugen Tracht. „Rein von der Optik her sind eigentlich nur noch Bayern auf der Wiesn“, meinte Reiter. Meistens sei das internationale Publikum nur an mangelnden Mundart-Kenntnissen zu erkennen. Leidtragende der traditionellen Klamotten aber seien die T-Shirt-Verkäufer. Über die neugekaufte Montur im Trachtenlook ziehe schließlich niemand ein T-Shirt.

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo