An Bayerns Hochschulen bleibt es voll
Rund 64.000 Studienanfänger haben sich eingeschrieben – das sind zwar weniger als 2011 beim doppelten Abiturjahrgang, aber mehr als 2010.
Viele freie Plätze in den Hörsälen wird es auch im Wintersemester nicht geben. Die Studentenzahlen im Freistaat sind nur leicht gesunken. Foto: dpa
München. Auch ein Jahr nach dem doppelten Abiturjahrgang in Bayern reißt der Zustrom an den Hochschulen im Freistaat nicht ab: 64.000 Studienanfänger haben sich im Wintersemester eingeschrieben. Rechnet man das Sommersemester hinzu, sind es insgesamt sogar 71.222 Studienanfänger. „Das sind rund 17 Prozent weniger als im Jahr des doppelten Abiturjahrgangs, aber ein Zuwachs von rund zehn Prozent im Vergleich zum Jahr 2010“, sagte Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) am Freitag in München. Im Studienjahr 2011 hatten fast 86.000 junge Menschen ein Studium in Bayern aufgenommen.
Ab ins Ausland statt an die Uni
An der Universität Regensburg bestätigt sich dieser Trend: Nach 3991 Studienanfängern zum Wintersemester 2011/12 haben sich diesmal 3276 Studenten neu eingeschrieben. „Damit liegen wir im Rahmen der Ausbauplanung“, sagte Uni-Sprecher Alexander Schlaak. Den Ausbau von Studienplätzen hatte die Staatsregierung 2008 in Zielvereinbarungen mit allen bayerischen Hochschulen beschlossen – diese laufen noch bis 2013. Minister Heubisch sah sich durch die am Freitag vorgelegten Zahlen bestätigt: Mit dem Ausbau an allen Hochschulstandorten habe man „die richtigen Schwerpunkte gesetzt und den doppelten Abiturjahrgang erfolgreich gemeistert“. 2011 hätten die Studienanfängerzahlen leicht über den Erwartungen gelegen, 2012 leicht darunter, so Heubisch. „In der Summe beider Jahre hat sich das erwartete Studierverhalten bestätigt.“
Dazu gehörte auch, dass nicht alle, die 2011 Abitur machten, gleich an die Hochschulen strömten. Viele nutzen das Jahr auch für Reisen, Nebenjobs, Praktika oder Freiwilligendienste – so wie die 20-jährige Mareike aus Niedersachsen. Dort machten 2011 ebenfalls zwei Jahrgänge gleichzeitig Abitur – Mareike gehörte zu den letzten G9-Schülern. Statt an die Uni zog es die junge Frau ins Ausland: Als Freiwillige gab sie ein Jahr lang im Arts Performance Center in Oshikuku, einer Stadt im Norden Namibias, Klavier- und Geigenunterricht. Ein anderer Freiwilliger machte sie auf einen Studiengang aufmerksam: Musik- und bewegungsorientierte Soziale Arbeit an der Hochschule Regensburg (HS.R). „Bevor ich nach Namibia gefahren bin, hatte ich noch keine Ahnung, was ich studieren will“, sagt sie. Nach dem Jahr denke sie über viele Dinge ganz anders und habe neue Interessensgebiete für sich entdeckt. „Ich würde das jedem raten“, sagt sie über ihr Auslandsjahr.






