Oberpfalz & Bayern 20.10.2012, 11:01 Uhr

Erste alkoholfreie Nacht verlief ruhig

Partygänger akzeptierten das seit Freitag geltende Alkoholverbot auf dem Nürnberger Hauptbahnhof. Polizei und Gemeinden wollen das Verbot ausdehnen.

Seit Freitagabend gilt am Nürnberger Hauptbahnhof ein Alkoholverbot. Foto: dpa

Seit Freitagabend gilt am Nürnberger Hauptbahnhof ein Alkoholverbot. Foto: dpa

Nürnberg. Ohne nennenswerte Zwischenfälle hat die Deutsche Bahn (DB) in der Nacht zum Samstag das erste Alkoholverbot in einem deutschen Bahnhof durchgesetzt. Viele Partygänger reagierten auf das Verbot im Nürnberger Hauptbahnhof zwar verständnislos, akzeptierten die Regelung aber. Mit den im Bahnhof erworbenen alkoholischen Getränken zogen sie auf den Vorplatz, der von dem Verbot nicht betroffen ist, oder trafen sich in der Altstadt. Die Bahn will mit dem Verbot Pöbeleien und Schlägereien im Bahnhof eindämmen, der sich in den vergangenen beiden Jahren zu einem Szenetreff von Partygängern entwickelt hat. Die Deutsche Bahn begründet das am Freitag eingeführte Alkoholkonsumverbot im Nürnberger Hauptbahnhof mit einer hohen Zahl an Pöbeleien. In keinem anderen Bahnhof in Deutschland würden Reisende so häufig belästigt wie dort, sagte der Leiter der Konzernsicherheit, Gerd Neubeck.

Die Gewerkschaft der Polizei und der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderten unterdessen einen bundesweiten Stopp des Alkoholkonsums im Nahverkehr und in Bahnhöfen. „Alkohol ist der Gewaltbeschleuniger Nummer eins und deshalb brauchen wir ein Verbot im gesamten öffentlichen Personennahverkehr“, sagte der Chef der Polizeigewerkschaft, Bernhard Witthaut, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Der Hauptgeschäftsführer des Kommunalverbandes, Gerd Landsberg, meinte: „Dem Alkoholkonsum im gesamten öffentlichen Personalverkehr muss schleunigst Einhalt geboten werden.“

„Das Ende des Alkoholverbots feiern“

Die Nürnberger Bundespolizei erklärte am Samstag, sie habe am ersten Verbotsabend nicht einschreiten müssen. Der DB-Ordnungsdienst hatte nur in wenigen Fällen Jugendliche auf das gerade in Kraft getretene Alkoholverbot hingewiesen. Kurzzeitig für Aufregung hatte lediglich eine Gruppe von rund 15 Jugendlichen gesorgt, die demonstrativ mit Bierflaschen in den Händen den Bahnhof marschierte und erklärte, sie wolle mit dem Spontantreffen „das Ende des Alkoholverbots feiern“. Als Bahnmitarbeiter sie auf das Verbot hinwiesen, zogen sie aber ohne größere Diskussion wieder ab.

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo