Rosenmüller wird Nockherberg-Regisseur
Das Derblecken soll 2013 wieder politischer und bayerischer werden. Rosenmüller übernimmt die Regie, Thomas Lienenlüke wird als Autor verpflichtet.
Marcus H. Rosenmüller führt jetzt am Nockherberg Regie. Foto: dpa
München. Paulaner-Chef Andreas Steinfatt hatte die Überraschung sorgsam inszeniert. Bei der Pressekonferenz zum Nockherberg-Singspiel 2013 präsentierte er zunächst nur den neuen Autor Thomas Lienenlüke: Ein Kölner mit ostwestfälischen Wurzeln, der aber in der bayerischen Kabarettszene als Texteschreiber für die BR-Sendung „Der Klugscheißer“ so heimisch geworden ist, dass ihn die Nockherberg-Bavaria Luise Kinseher den Namen „Leinen Luggi“ verpasst hat.
Die Verpflichtung Lienenlükes war schon am Vortag durchgesickert. „Ein Kölner revolutioniert den Nockherberg“, lautete eine der Schlagzeilen. Viel hatte Lienenlüke noch nicht zu berichten. Themen, Personen, Schauspieler? Wird die Rolle des einstigen CSU-Shootingstars Karl-Theodor zu Guttenberg ausgemustert? Wird die neue CSU-Kronprinzessin Ilse Aigner ins Stück geschrieben. „Alles noch in der Anfangsphase“, antwortete er. Die Pressekonferenz dauerte bereits zwölf Minuten, als die Frage nach dem neuen Regisseur auftauchte – Steinfatt hatte darauf gewartet, scherzte erst: „Da sind wir noch auf der Suche.“ Die Guten, wie Steven Spielberg, seien ausgebucht gewesen.
Es war das Vorgeplänkel für den plötzlichen Auftritt von Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt, ist länger tot.“). Der Coup war geglückt. Rosenmüller ist bekennender Nockherberg-Fan. In den vergangenen Jahren hatte er das Schauspiel als Gast im Saal verfolgt, nun darf er selbst die Fäden ziehen. Steinfatt hatte es leicht, ihn zu überzeugen. „Er hat gefragt und ich habe Zeit gehabt. So simpel war das“, sagt Rosenmüller.
Ideen für sechs Nockherberge
Beim ersten Arbeitstreffen der beiden Neuen konnte Steinfatt nur staunen. Innerhalb von eineinhalb Stunden hätten Rosenmüller und Lienenlüke Ideen für die „Nockherberge 2013 bis 2018“ produziert. Auch wenn noch nichts festgezurrt ist: Klar ist, dass die Hauptprotagonisten im Wahlkampf 2013, Ministerpräsident Horst Seehofer und der Münchner OB Christian Ude, ins Stück geschrieben werden. „Ude und Seehofer sind grob angepeilt“, scherzt Rosenmüller.

