Oberpfalz & Bayern 07.03.2013, 19:21 Uhr

Rocker wehren sich gegen Vorwürfe

Am Tag nach der Razzia, an der mehr als 1700 Polizisten beteiligt waren, erklären Bandidos und Mongols, dass weder Waffen noch Drogen gefunden wurden.

Die Polizei stellte bei einer großangelegten Razzia in ganz Bayern auch im Raum Regensburg Waffen sicher. Die Rockerclubs wehren sich nun. Foto: Kamera24.TV

Die Polizei stellte bei einer großangelegten Razzia in ganz Bayern auch im Raum Regensburg Waffen sicher. Die Rockerclubs wehren sich nun. Foto: Kamera24.TV

von Pascal Durain, MZ

Regensburg. Wieder ein Großeinsatz der Polizei – wieder im Rockermilieu: 1700 Beamte, darunter 350 Spezialkräfte, durchsuchten genau 146 Objekte in den Regierungsbezirken Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern und Mittelfranken. Drei Personen wurden verhaftet. Gegen mindestens zwei von ihnen erging am Donnerstag Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des illegalen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, wie Oberstaatsanwalt Horst Böhm gegenüber der MZ erklärte. Welcher Vereinigung die Beschuldigten zuzurechnen sind, wollte Böhm aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten.

Die Razzia sei aber nicht als Schlag gegen das Rockermilieu zu werten, viel mehr habe man diese Aktion sechs Monate lang geplant, um den Verdacht auf Waffen- und Drogendelikte nachzugehen. Dass das Bayerische Innenministerium unter Joachim Herrmann von einem empfindlichen Schlag gegen Rockerbanden ausgeht, sei ein positiver Nebeneffekt. Clubs, Chapter oder Charter zu verbieten, sei nicht Aufgabe der Anklagebehörde. „Unsere Aufgabe ist es, Straftaten zu verfolgen.“ Am Donnerstag zeigte sich Böhm „sehr erfreut“ darüber, dass der Verdacht bestätigt worden sei. Schon nach der Razzia im Februar 2012 habe man viele Verurteilungen teils mit Haftstrafen erwirken können – und auch dieses Mal soll eine Prozesswelle folgen.

Nachhaltige Wirkung

Die Beamten fanden 86 Waffen und knapp 5,5 Kilogramm Marihuana. Rechnet man Personalaufwand in gefundene Waffen um, braucht es 20 Polizisten, um eine Waffe zu finden. Zum Vergleich: Laut Waffenstatistik des Innenministeriums gibt es im Freistaat immerhin 1,15 Millionen Schusswaffen in Haushalten. Darauf angesprochen sagt Böhm, dass solche Statistiken irreführend sein. „Ich kann nicht sagen, ab 100 Leute im Einsatz eine Schrotflinte.“ Man habe beim Einsatz am Mittwoch noch immer in jedem zweiten Objekt eine Waffe gefunden. Und jede Waffe in den Händen eines gewaltbereiten Rockers sei eine zu viel.

 

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