Oberpfalz & Bayern 12.04.2013, 09:38 Uhr

Ein Bischof, der niemanden ausgrenzt

Der neue Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer will sich mit Missbrauchsopfern treffen. Beim Katholikentag 2014 verspricht er Offenheit.

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Bischof Rudolf Voderholzer im Gespräch mit den MZ-Redakteurinnen Christine Schröpf (M.) und Isolde Stöcker-Gietl (r.) Foto: altrofoto.de

Bischof Rudolf Voderholzer im Gespräch mit den MZ-Redakteurinnen Christine Schröpf (M.) und Isolde Stöcker-Gietl (r.) Foto: altrofoto.de

Regensburg. Rudolf Voderholzer will sich mit Missbrauchsopfern treffen. „Es beschämt mich, was alles ans Tageslicht gekommen ist“, sagt er im MZ-Interview. Beim Katholikentag 2014 verspricht er Offenheit. Auch für „Wir sind Kirche“ gebe es beim Kirchenfest einen Platz.

Sie sind jetzt seit 75 Tagen Regensburger Bischof. Haben Sie sich ein großes Thema vorgenommen, das ihre Amtszeit prägen wird?

Ich finde hier im Bistum Regensburg eine fast noch volkskirchliche Situation vor. Es ist ein Glaubensleben, das man aber theologisch vertiefen und stützen muss. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei die Frage nach Glaube und Vernunft, nach Glaube und Naturwissenschaft sein. Die Sicht des Glaubens und die Sicht der modernen Naturwissenschaften auf die Welt und den Menschen sind nicht nur vereinbar, sondern vertiefen sich sogar gegenseitig: Das will ich in der Verkündigung gerade den jungen Menschen deutlich machen.

Für die Ökumene gibt es von Ihnen erste Signale. Sie haben mit Regionalbischof Hans-Martin Weiß vereinbart, Vespergottesdienste verschiedener Konfessionen zur festen Größe zu machen.

Regionalbischof Weiß und ich waren uns einig: Nicht klagen über das, was wir noch nicht miteinander tun können, sondern das miteinander praktizieren, was längst möglich ist. Vor allem muss man sich gut kennen, sich regelmäßig treffen, anständig miteinander umgehen. Wir werden nicht zu unserem eigenen Gunsten Randgruppen bei den anderen stärken – das entspricht schon der ökumenischen Höflichkeit. Wir dürfen auch Erreichtes nicht wieder verlieren, etwa gemeinsame Positionen zur Bioethik und zu Fragen des Lebensschutzes.

Sie haben sich zu großen kirchenpolitischen Themen bisher bewusst zurückgehalten. Das heutige Interview dient der Standortbestimmung. Wie stellen Sie sich eine Lösung für wiederverheiratete Geschiedene vor?

 

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