„Die Diözese war gewarnt“
REGENSBURG (wi/is). Die Bayerischen Justizbehörden haben noch einmal bestätigt, dass sie die Diözese Regensburg vor einem Einsatz des mittlerweile verhafteten Pfarrers Peter K. aus Riekofen (Lkr. Regensburg) gewarnt haben.
Andreas Quentin, Sprecher des Oberlandesgerichts Nürnberg, sagte gestern gegenüber der MZ, die Richterin des Amtsgerichts Viechtach habe es auf Anfrage der Diözese im Februar 2004 als denkbar bezeichnet, dass Peter K. wieder in der Gemeindearbeit eingesetzt werde. Dies müsse aber unter Aufsicht und unter Ausschluss einer Arbeit mit Jugendlichen geschehen.
Über dieses Gespräch hat der Justitiar der Diözese, Hans Schuierer, einen Aktenvermerk angefertigt. Darin fehlen Angaben dazu, dass der wegen sexuellen Missbrauchs von Ministranten vorbestrafte Geistliche nicht in der Jugendarbeit eingesetzt werden solle. „Diesen Widerspruch können wir derzeit aus unserer Sicht nicht auflösen“, sagte Quentin.
Nachdem die Missbrauchsfälle aus Viechtach in diesem Sommer öffentlich wurden, hatte die Diözese in einer Pressemitteilung erklärt, das Amtsgericht Viechtach habe „keine Bedenken“ gegen einen Einsatz von Pfarrer Peter K. in der Pfarrseelsorge. Dies veranlasste den Amtsgerichtdirektor zu einer Richtigstellung.
Kritik aus Kultusministerium
Unterdessen hat das bayerische Kultusministerium gestern jede Mitschuld am Einsatz des früheren Riekofener Pfarres als Religionslehrer in Sünching zurückgewiesen. Gemäß dem bayerischen Konkordat von 1924 wähle das Bistum die Religionslehrer. Das Ministerium müsse sich darauf verlassen können, dass die Geistlichen fachlich und persönlich qualifiziert seien. „Wenn es eine Warnung des Amtgerichts Viechtach gab, wenn das tatsächlich so war, scheint nicht genug Sorgfalt geübt worden zu sein“, so der Pressesprecher des Kultusministeriums, Ludwig Unger.


