Kultusminister sagt Kürzung bei G8-Lehrplan zu
Der Lehrplan für das echtstufige Gymnasium soll gekürzt werden.
Nach massiver Kritik von Eltern und Lehrern an den Lehrplänen des achtjährigen Gymnasiums sollen Teilkürzungen bereits bis April umgesetzt werden. Wie Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) am Samstag bei der Mitgliederversammlung der Landes-Eltern-Vereinigung (LEV) in Bad Aibling ankündigte, würden bereits im Schuljahr 2008/2009 Änderungen im Lehrplan in Kraft treten. Bei der Entscheidung sollen Eltern und Lehrkräfte einbezogen werden, sicherte Schneider nach Angaben des Ministeriumssprechers zu.
Die LEV hatte zuvor erneut eine zügige Reform der Lehrpläne an Gymnasien gefordert. „Dieses Mal wollen wir Taten sehen“, betonte LEV-Vorsitzender Thomas Lillig zu der Diskussion mit dem Minister. Die rund 300 Elternbeiräte erwarteten konkrete Reformvorschläge.
Schneider zufolge muss das Gymnasium zwar kind- und jugendgerecht sein, zugleich aber auch Leistung verlangen. Lehrkräfte sollten die Inhalte den Eltern gegenüber transparent machen und erklären, wie sie die Lehrbücher einsetzen. Mit Blick auf die Stundentafel sieht Schneider indes wenig Spielraum für Kürzungen, sondern setze auf optimale Organisation. Ziel sei eine bessere Gestaltung der Schultage mit Nachmittagsunterricht samt Einbindung der Hausaufgaben in den Schultag. „Konsequent werden wir offene Ganztagsschulen für das Gymnasium weiter entwickeln“, kündigte der Minister weiter an.
Die LEV forderte neben überarbeiteten Lehrplänen das bundesweite Zentralabitur, eine klare Definition der Qualitätsansprüche eines bayerischen Gymnasiums sowie nachfrageorientierte Mittags- und Ganztagesangebote. Der doppelte Abiturjahrgangs 2011 müsse verglichen mit anderen Jahrgängen dieselben Chancen für Studium und Ausbildung bekommen. In dem Jahr werden der letzte neunjährige und der erste achtjährige Gymnasialzug zum Abitur gleichzeitig fertig.

