Wird aus dem Trio ein Einzelkämpfer?
Noch wird der Stimmkreis 301 Amberg-Sulzbach im Bayerischen Landtag von drei Abgeordneten vertreten. Ob dies so bleibt, ist allerdings offen.
Ob sie in der nächsten Legislaturperiode wieder den Stimmkreis 301 Amberg-Sulzbach vertreten werden, ist ungewiss. Im Bild von links der direkt gewählte Abgeordnete Heinz Donhauser (CSU), Listen-Nachrücker Reinhold Strobl (SPD) und der CSU-Listenabgeordnete Franz Kustner. Foto: MZ-Archiv
Von Fritz Winter, MZ
Seit fast 18 Jahren ist Heinz Donhauser der direkt gewählte CSU-Abgeordnete im Stimmkreis. Der gelernte Elektroniker, der ein Ingenieurstudium und ein Studium für das höhere Lehramt an beruflichen Schulen anschloss, gilt in der bezirksweiten Wahrnehmung als eher unauffälliger Abgeordneter. Donhauser ist Mitglied im Ausschuss für Hochschule, Forschung und Kultur und Ehrenvorsitzender des CSU-Kreisverbandes Amberg-Stadt. Der 57-Jährige will noch für eine weitere Periode in den Landtag gewählt werden.
Nachdem es keinen Personalwechsel beim Direktkandidaten gibt, wird es für Franz Kustner schwierig, wieder ins Maximilianeum einzuziehen. Der Präsident des Oberpfälzer Bauernverbandes war im Jahr 2002 nachgerückt, nachdem der Abgeordnete Herbert Mirbeth zum neuen Landrat des Landkreises Regensburg gewählt worden war. Mit einem Wahlergebnis von 52,9 Prozent der Stimmen stellte die CSU mit Herbert Fischer aus Neumarkt damals nur einen Listenabgeordneten.
2003 wurde Kustner, der in Ehenfeld zuhause ist, nach Fischer wieder über die Liste in den Landtag gewählt. Wegen des überdurchschnittlich guten CSU-Ergebnisses mit einer Zweidrittel-Mehrheit im Landtag wurde auch Philipp Graf Lerchenfeld aus Köfering (Kreis Regensburg) ins Maximilianeum gewählt.
Mittlerweile hat sich die Ausgangslage für die CSU verändert. Selbst parteiintern rechnet man mit einem deutlich schlechteren Wahlergebnis. Auf Platz 1 der Oberpfalz-Liste steht jetzt die neue Bezirksvorsitzende und Wirtschaftsministerin Emilia Müller aus Bruck (Kreis Schwandorf), die über keinen Direkt-Stimmkreis verfügt. Wenn die CSU über 50 Prozent der Stimmen erhält, gilt Müllers Einzug in den Landtag als relativ sicher.


