Fall Eisenberg: Ausschuss zweifelt nicht an Munition
Ein Beamter der Spurensicherung geht n Regensburg (Oberpfalz) vor einem Haus. Die nach den Todesschüssen auf den Studenten Tennessee Eisenberg laut gewordenen Zweifel an der Munition der Polizei sind ausgeräumt - darin waren sich bei einer Sitzung des Innenausschusses am Mittwoch alle Fraktionen einig.
Die nach den Todesschüssen auf den Studenten Tennessee Eisenberg laut gewordenen Zweifel an der Munition der bayerischen Polizei sind ausgeräumt - darin waren sich bei einer Sitzung des Innenausschusses am Mittwoch alle Fraktionen einig. Eisenberg, der zuvor einen Mitbewohner mit einem Messer bedroht haben soll, war vor sieben Monaten bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. Bei dem Einsatz in Regensburg wurde er von einem Dutzend Kugeln getroffen. Warum die Situation so eskalierte und die Beamten so oft schossen, ist bis heute unklar. Landtags-Vizepräsident Peter Paul Gantzer (SPD) und die Deutsche Polizeigewerkschaft hatten damals die Frage aufgeworfen, ob die Polizei möglicherweise zu schwache Munition verwende, um im Notfall einen Angreifer zu stoppen.
Dies wiesen die zuständigen Experten des Innenministeriums und des Landeskriminalamtes (LKA) am Mittwoch klar zurück. In 80 bis 90 Prozent aller Fälle hätten die Geschosse die gewünschte Wirkung, erklärte der LKA-Experte. Lediglich wenn Angreifer etwa unter Drogen stünden oder psychisch auffällig seien, könne sie die Munition unter Umständen nicht aufhalten, weil dann das Schmerzempfinden der Betroffenen herabgesetzt sein könne. Zudem seien Treffer in den Bauch oder in Randbereiche der Lunge in vielen Fällen nicht ausreichend, um einen Angreifer zu stoppen.
Der LKA-Experte betonte aber, auch eine stärkere Munition würde nicht unbedingt eine stärkere Wirkung haben. Stärkere Geschosse aber würden das Risiko tödlicher Verletzungen erheblich vergrößern und unbeteiligte Dritte weit stärker gefährden. Beides wolle man nicht.
Vertreter aller Fraktionen waren sich am Ende der Sitzung einig, dass es aktuell keine bessere Alternative zu den von der Polizei eingesetzten Geschossen gibt. „Wir haben tatsächlich die beste Munition, die wir im Moment zur Verfügung stellen können“, sagte Gantzer. Er müsse eben zur Kenntnis nehmen, dass ein einziger Schuss nicht in jedem Fall die gewünschte Wirkung habe. Und auch der SPD-Abgeordnete und Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Harald Schneider, stellte klar: „Wir wollen keine stärkere Munition haben.“



