Bayern/Oberpfalz 25.11.2009, 20:13 Uhr

Studenten und Schüler spüren wachsende Solidarität

1500 Demonstranten zogen gestern durch Regensburg. In München überbrachten 2000 dem Landtag ihre Forderungen.

Rund 1500 Studenten und Schüler zogen mit Bannern vom Domplatz zur Universität. Foto: altrofoto.de

Rund 1500 Studenten und Schüler zogen mit Bannern vom Domplatz zur Universität. Foto: altrofoto.de

Von Antje Karbe, MZund den AgenturKorrespondenten

Regensburg . Nächste Runde im Bildungsstreik: In Regensburger gingen gestern rund 1500 Demonstranten für „eine bessere Bildung“ auf die Straße. Aus den besetzten Hörsälen hatten die Studenten vorher per Internet und Flyer alle Interessenten eingeladen, sich an der Demonstration zu beteiligen. Am Dom versammelten sich dann am Nachmittag Studenten, Schüler und Vertreter von ver.di und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zu einer Kundgebung.

„Macht was richtig, nehmt Bildung wichtig“, mit dieser Parole zogen sie trommelnd durch die Innenstadt zur Universität. „Wir haben die Schnauze voll von Ansagen, denen keine Handlung folgt“, hatte ein Studentenvertreter am Dom verkündet. Man fordere eine klare Linie und Bildungspolitik ohne Lobbyismus. Er verwies auf laufende Solidaritäts-Bekundungen für die Besetzer, unter anderem von Berufsverbänden und Studenten anderer Länder. In Frankreich seien am Dienstag Zehntausende für eine bessere Bildung auf die Straße gegangen. Lob gab es für die Regensburger Polizei, der Sprecher bedankte sich für die „gute Zusammenarbeit“.

Auch Erwachsene hatten sich unter die Demonstranten gemischt. „Ich will, dass jeder die gleichen Bildungschancen hat“, erklärte Petra Krempl-Rauh, selbst vierfache Mutter. „Wenn jemand studieren will, wie soll er das denn finanzieren?“ Er sei hier, um sich solidarisch zu erklären, sagte ein 60-Jähriger. „Unsere Jugend hat Recht. 100000 Studenten können nicht falsch liegen.“

Am Straßenrand gab es spontane Solidaritätserklärungen. Als Vater einer Studentin könne er die Forderungen zum Bachelor nur unterstreichen, sagte ein Zuschauer. „Sogar die Professoren finden, dass Bildung für alle da sein sollte“, meinte ein anderer.

Laut Polizei zogen in München mehr als 2000 Schüler und Studenten von der Ludwig-Maximilians-Universität vor die Staatskanzlei, um dort einen Forderungskatalog zu überreichen. Die Münchner Studenten wollen künftig jede Woche für die Abschaffung der Studiengebühren und mehr Mitspracherechte demonstrieren. „So hoffen wir, den Bildungsdiskurs, der oft nur unter Eliten und in der Politik über die Köpfe der meisten Menschen hinweg geführt wird, zurück in die Gesellschaft zu bringen“, teilten Sprecher mit.

 

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