Bayern/Oberpfalz 12.04.2010, 14:15 Uhr

Weiterer Priester unter Verdacht

Nach Anschuldigungen einer Mutter wurde der Pfarrer aus der Diözese Regensburg von seinen pfarrlichen Aufgaben entbunden.

Die Diözese Regensburg hat einen Pfarrer aus dem Landkreis Tirschenreuth beurlaubt.

Die Diözese Regensburg hat einen Pfarrer aus dem Landkreis Tirschenreuth beurlaubt.

Gegen einen weiteren katholischen Geistlichen sind Missbrauchsvorwürfe laut geworden. Die Diözese Regensburg beurlaubte den Priester aus dem Landkreis Tirschenreuth. Wie die Diözese am Montag mitteilte, hatte das Schulreferat der Diözese vor zwei Wochen Kenntnis von den Anschuldigungen erhalten. Eine Mutter warf dem Pfarrer vor, ihre Tochter in der Schule unter der Kleidung am Rücken berührt zu haben. Daraufhin informierte die Diözese umgehend die Staatsanwaltschaft und beurlaubte den Pfarrer für die Zeit der Ermittlungen zunächst vom Schuldienst.

Nachdem am vergangenen Samstagnachmittag die Missbrauchsbeauftragte der Diözese, Dr. Birgit Böhm, aus der Pfarrei Hinweise über möglicherweise weitere geschädigte Kinder erhalten hatte, beurlaubte Generalvikar Michael Fuchs den Pfarrer mit sofortiger Wirkung auch vom pfarrlichen Dienst.

Knapp zwei Monate nach Bekannt werden des Missbrauchsskandals im oberbayerischen Kloster Ettal hat der Sonderermittler unterdessen am Montag seinen Abschlussbericht vorgelegt. Darin werden auf 180 Seiten jahrzehntelange Misshandlungen und sexueller Missbrauch an mehr als 100 Klosterschülern durch rund 15 Mönche beschrieben, wie der Münchner Rechtsanwalt Thomas Pfister sagte. Ins Visier der kircheninternen Ermittlungen rückt nun auch ein langjähriger Abt des Klosters, der Kinder massiv geschlagen und seelisch gequält haben soll. Der Bericht wurde dem Erzbischöflichen Ordinariat in München und der Benediktinerabtei in Ettal übergeben.

Ende Februar hatte das Kloster samt Internat, Gymnasium und Brauerei in den Ammergauer Alpen eingeräumt, dass Schläge in der Internatsschule bis in die 1990er Jahre an der Tagesordnung waren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem wegen sexuellen Missbrauchs von Patres an Schülern.

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