Bayern/Oberpfalz 16.06.2010, 18:58 Uhr

Abfuhr für Mixa

Walter Mixa will sich mit seinem Rücktritt als Augsburger Bischof nicht abfinden. Der Vatikan stellt klar: Ein Zurück ist ausgeschlossen.

Der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa stellt seinen Rücktritt infrage.

Der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa stellt seinen Rücktritt infrage.

Augsburg. Paukenschlag von Walter Mixa: Der ehemalige Augsburger Oberhirte stellt seinen Rücktritt infrage. Er habe die Entscheidung nur unter großem Druck von außen getroffen, sagte Mixa der Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwoch). Der Druck auf ihn sei „wie ein Fegefeuer“ gewesen. „Ich wusste in den Tagen weder ein noch aus.“ Massive Vorwürfe machte er dabei dem Münchner Erzbischof Reinhard Marx und dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Mixa erwägt, die Vorgänge um seinen Rücktritt vom päpstlichen Gerichtshof untersuchen zu lassen. Der Vatikan stellte diplomatisch formuliert, aber doch unmissverständlich klar, dass es es eine Rückkehr Mixas auf den Bischofsstuhl nicht geben wird.

„Papst Benedikt XVI. wird Walter Mixa in den kommenden Wochen empfangen“, teilte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Mittwoch in Rom mit. „Es ist aber nicht absehbar, dass die Annahme seines Rücktritts zur Diskussion gestellt wird.“ Im Radio Vatikan bekräftigte Lombardi später, es sei „nicht anzunehmen, dass die Entscheidung des Papstes noch einmal geändert werde“. Benedikt hatte am 8. Mai Mixas Rücktrittsgesuch akzeptiert.

Rücktrittserklärung widerrufen

Mixa sagte der Zeitung, er habe am 21. April eine bereits vorgefertigte Rücktrittserklärung unterschrieben. „Drei Tage später habe ich sie in einem Schreiben an den Papst widerrufen.“

Der Augsburger Diözesanrats-Vorsitzende Helmut Mangold verwies darauf, dass Mixas Widerruf dem Papst vorgelegen habe, aber bei dessen Annahme des Rücktrittsgesuchs am 8. Mai offenbar keine wesentliche Rolle gespielt habe. Deshalb dürfe der Rücktritt jetzt nicht wieder in Zweifel gezogen werden, sagte Mangold der Nachrichtenagentur dpa. In dieser Frage gebe es kein Zurück mehr, weil ansonsten die Autorität päpstlicher Entscheidungen beschädigt würde.

 

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