Bayern/Oberpfalz 06.10.2011, 19:57 Uhr

Ihre Entscheidungen retteten elf Leben

Am Regensburger Universitätsklinikum wurden gestern erstmalig Angehörige für ihre Bereitschaft zur Organspende geehrt.


        Jan Breidenbach, Conny Copitzky sowie Elke und Lars Wittenberg (v.l.) trafen als Angehörige eine Entscheidung für die Organspende. Foto: kn

Jan Breidenbach, Conny Copitzky sowie Elke und Lars Wittenberg (v.l.) trafen als Angehörige eine Entscheidung für die Organspende. Foto: kn

Von Louisa Knobloch, MZ

Regensburg. Paula war vier Jahre alt als sie 2004 starb. Das kleine Mädchen sollte nur für eine Mandel-Operation ins Krankenhaus, doch es gab Komplikationen. Als die Ärzte ihr nicht mehr helfen konnten, trafen Paulas Eltern eine schwere Entscheidung: Sie gaben die Organe ihrer kleinen Tochter zur Transplantation frei. Ein dreijähriger Bub bekam ihr Herz, ein anderer Dreijähriger ihre Leber, eine 53-jährige Frau lebt heute mit Paulas Niere.

Entscheidung im Moment der Trauer

„Mir war wichtig, dass Kindern geholfen wird, um anderen Familien dieses furchtbare Schicksal zu ersparen“, erzählt Paulas Mutter Elke Wittenberg. Sie und ihr Mann waren gestern zu Gast am Universitätsklinikum Regensburg, wo derzeit die 20. Jahrestagung der Deutschen Transplantationsgesellschaft stattfindet. Ministerialdirektor Michael Höhenberger dankte ihnen und weiteren Angehörigen von Organspendern für ihr Engagement. „Wie keine andere Therapie ist die Transplantation auf die Solidarität der Menschen angewiesen“, sagte er.

„Organspende rettet Leben“ – dieser Satz stand auf einer Broschüre, die Conny Copitzky im Krankenhaus entdeckte. Ihr 26-jähriger Sohn Jörg lag dort auf der Intensivstation, nachdem er über ein Treppengeländer gestürzt war. Auch für ihn konnten die Ärzte nichts mehr tun – durch seine Organspende konnte jedoch vier anderen Menschen geholfen werden. Seither engagiert sich Conny Copitzky für dieses Thema. 2001 gründete sie mit anderen Betroffenen in Leipzig den Verein zur Förderung der Organspende.

Besonders tragisch ist das Schicksal von Jan Breidenbach. Als Rettungssanitäter wurde er zu der Firma gerufen, in der seine Mutter arbeitete. Es war sein erster Einsatz. „Jetzt sieht sie mal, was ich beruflich mache“, habe er damals gedacht. Doch seine Mutter war die Patientin: Die 50-jährige war in der Firma zusammengebrochen, sie hatte eine Hirnblutung erlitten.

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