Die Polizei hat die Spur der tatverdächtigen aufgenommen, sie jedoch noch nicht gefunden. Foto: Archiv
von Reinhold Willfurth, MZ
Weiden.
Eine Woche nach dem Mord an einem 66-jährigen Rentner Wolfgang B. präsentiert die Polizei einen Tatverdächtigen: Gefahndet wird seit Mittwochabend nach dem 22-jährigen Florian Klöber aus Regen. Der Soldat ist zusammen mit seiner Freundin Katja Röder, deren Tatbeteiligung bislang nicht feststeht, spurlos verschwunden. Damit steht das ominöse Pärchen, das ein Zeuge am Abend des 25. Januar in der Nähe des Tatorts beobachtet hatte, im Zentrum der Ermittlungen. Die beiden sind vermutlich mit einem Honda HR-V, einem geländegängigen Kombi, unterwegs. Das Paar könnte bewaffnet sein, warnt die Polizei.
Am Donnerstagmorgen ist das Pärchen noch immer auf der Flucht. Über Nacht sind bei der Polizei zahlreiche Hinweise eingegangen. „Diese gilt es jetzt zu überprüfen. Eine heiße Spur gibt es aber bisher noch nicht“, sagt Polizeisprecher Michel Rebele. Die ermittelnde Soko wird nun personell verstärkt, „da nun schon die Öffentlichkeitsfahndung läuft und viele Aussagen und Örtlichkeiten überprüft werden müssen.“ Auch die tschechischen Behörden sind in die Ermittlungen eingebunden. „Wir müssen die Möglichkeit einer Flucht ins Ausland im Auge haben. Anhaltspunkte gibt es dafür aber keine.“
Am 25. Januar gegen 19 Uhr fand ein Spaziergänger, der seinen Hund ausführte, neben einem Fuß- und Radweg in der Konradshöhe im Südwesten von Weiden einen schwerverletzten Mann. Gleichzeitig beobachtete er in der Nähe des Tatorts ein junges Pärchen, wie es zu einem Auto lief und davonfuhr. „Mich ham’s zusammengeschlagen“, soll der Schwerverletzte dem Zeugen noch gesagt haben, und „Die wollten mich umbringen“. Der Zeuge lief nach Hause und alarmierte die Polizei. Ein weiterer Spaziergänger blieb einstweilen bei Wolfgang B. Der herbeigeeilte Notarzt konnte nur noch den Tod des Rentners feststellen. Er hatte mehrere Stichwunden im Rücken.
Im Zusammenhang mit einem Mordfall in Weiden sucht die Polizei Katja Röder aus Regen Foto: Polizei
Survival-Messer war Tatwaffe
Vier Meter neben dem Tatort fanden Polizisten eine Armbrust, die den Ermittlern bis heute Rätsel aufgibt. Tatwaffe war aber ein sogenanntes Survival-Messer, das in dem Feld neben dem Spazierweg gefunden wurde. Zunächst suchten die Ermittler nach dem Pärchen, um es als Zeugen zu vernehmen. Doch die Auswertung der am und rund um den Tatort vorgefundenen Spurenlage durch das Landeskriminalamt und das Institut für Rechtsmedizin in Erlangen hätten konkrete Anhaltspunkte auf die mögliche Täterschaft des flüchtigen Soldaten ergeben, so Polizeisprecher Michael Rebele.
Der Zusammenhang zwischen dem abgelegenen Tatort und der Person des Tatverdächtigen sei noch nicht klar, so Rebele. Die 23-jährige Freundin von Florian Klöber, Katja Röder, hat Verwandte im Landkreis Neustadt/Waldnaab. Nach derzeitigem Kenntnisstand muss sie zwar nicht in die Tat verwickelt sein. Doch die Tatsache, dass der Honda von Florian Klöber das Kennzeichen des Autos von Katja Röder trägt und sie beide wohl gemeinsam verschwunden sind, hat die Polizei auch auf die Spur der die arbeitslosen Pflegerin gebracht. Die gemeinsame Wohnung des Paars steht seit 25. Januar leer.
Hellblauer Honda HR-V wird gesucht
Nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich die beiden Flüchtigen im Raum Schweinfurt oder im Großraum Plauen aufhalten, wohin sie Verbindungen haben.
Auf der Fahndungsliste steht auch der hellblaue Honda HR-V des flüchtigen Soldaten, an dem das amtl. Kennz. NEW-AR 61 angebracht sein dürfte. Der im Landkreis Regen zugelassene Wagen war wenige Tage vor der Tat wegen des fehlenden Versicherungsschutzes entstempelt worden.
Die Beschreibung von Florian Klöber: Ca. 1,90 Meter groß und 85 Kiloschwer mit schlanker Statur. Er hat eine auffallend tiefe Stimme und spricht hochdeutsch. Er hat schwarzes kurzes Haar und ein ovales Gesicht. Am rechten Oberarm trägt er ein auffallendes, eintätowiertes Ornament („Tribal“).
Katja Röder ist zirka 1,75 Meter groß und 65 Kilo schwer, schlanke Figur. Sie hat lange schwarze, glatte Haare und spricht Deutsch mit sächsischem Akzent. Bekleidet war sie bei ihrem Verschwinden mit einer schwarzen Röhrenjeans, einer schwarz-weißen Collegejacke und schwarzen, knöchelhohen Lederturnschuhen. Auf der linken Seite der Jacke befindet sich ein schwarzes „R“ in einem weißen Kreis. Röder ist an der Unterlippe gepierct und trägt Tattoos am linken Handgelenk sowie den Namen „Sven“ auf der linken Handinnenseite.
Hinweise zum Aufenthalt des Paars und dem erwähnten Fluchtfahrzeug nehmen die Kriminalpolizeiinspektion Weiden unter der Telefonnummer: 0961/401-290 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.