Bayern/Oberpfalz 23.02.2012, 10:21 Uhr

Bischöfe tagen ab Montag in Regensburg

Im Mittelpunkt stehen ein Studientag und der Dialogprozess. Die Kirche will ihre Verantwortung in der Gesellschaft diskutieren.


        Im Regensburger Dom findet der Eröffnungsgottesdienst statt.

Im Regensburger Dom findet der Eröffnungsgottesdienst statt.

Regensburg. Die katholischen deutschen Bischöfe tagen ab Montag in Regensburg. Auf ihrer Frühjahrs-Vollversammlung beraten sich die 68 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz vier Tage lang unter der Leitung des Vorsitzenden, des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch. Im Mittelpunkt der Tagung steht ein Studientag, an dem es um die Entwicklung der katholisch-theologischen Fakultäten geht. Unter anderem wird das Ergebnis einer Studie zur Lage des Nachwuchses an den Fakultäten präsentiert. Am Montagabend gibt es einen Eröffnungsgottesdienst im Regensburger Dom.

Weiteres Thema ist der „Dialogprozess“, der 2010 von der Bischofskonferenz angestoßen wurde. Anlass waren verschiedene Krisen in den vergangenen Jahren – etwa die aufgedeckten Fälle des sexuellen Missbrauchs durch kirchliche Mitarbeiter. Bis 2015 will die Kirche deshalb intensiv über verschiedene Themen debattierten, etwa über die Verantwortung der Kirche in der freien Gesellschaft oder „Die Verehrung Gottes heute“.

Außerdem geht es bei der Vollversammlung um aktuelle medienethische Fragen. Gesprächsstoff bietet auch ein Zwischenbericht zur „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“. Viele Heimkinder in der Bundesrepublik und der DDR waren bis in die 70er- oder 80er-Jahre hinein Prügel, Demütigungen und sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Die Heime wurden von unterschiedlichen Institutionen getragen, nicht nur von der Kirche. Experten gehen von schätzungsweise 800 000 Heimkindern in Westdeutschland (1945 bis 1975) und 120 000 Heimkindern in der DDR (1945 bis 1989) aus.

Die Deutsche Bischofskonferenz ist der Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller Diözesen in Deutschland. Die Vollversammlung ist ihr oberstes Gremium. Sie tagt zweimal im Jahr mehrere Tage lang - im Herbst stets in Fulda, im Frühjahr an wechselnden Orten.


 

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