Bayern/Oberpfalz 28.02.2012, 09:27 Uhr

Bischöfe tagen in Regensburg

Die deutsche Bischofskonferenz tritt in der Domstadt zusammen. Sie berät unter anderem über die Entschädigung von Missbrauchsopfern.

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        Die Geistlichen ziehen zum Auftaktgottesdienst in den Dom Sankt Peter in Regensburg (Foto: altrofoto.de)

Die Geistlichen ziehen zum Auftaktgottesdienst in den Dom Sankt Peter in Regensburg (Foto: altrofoto.de)

Von Christine Schröpf, MZ

Regensburg. „Worte die Wirken“ rückte der Münchner Kardinal Reinhard Marx in der Frühmesse am Dienstag, dem zweiten Tag der Bischofskonferenz, in den Mittelpunkt. Er zitierte dazu den vor wenigen Wochen gestorbenen ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel – aus einer Rede, die am 15. Oktober 1989 in der Paulskirche in Frankfurt vom Schauspieler Maximilian Schell verlesen wurde. Havel saß zu dieser Zeit in Haft, es war die turbulente Phase des Umbruchs in den kommunistischen Ländern. Havel habe in eine eindringlichen Sätzen die Macht der Worte beschrieben: „Regime stürzen und beunruhigen, Menschen in Bewegung setzen, aber auch Angst und Schrecken verbreiten, Gewalt hervorrufen und Missverständnisse produzieren, Revolutionen in Gang bringen und Throne einstürzen lassen“. Die Kraft der menschlichen Worte werde aber übertroffen von der Wucht der Worte Gottes, betonte Marx. „Es ist die Quelle immer neuer Bewegungen, Aufbrüche, Veränderungen. Es ist das wirkmächtigste Wort, das jemals ausgesprochen wurde.“ Dieses Wort könne nicht zum Schweigen gebracht werden, „auch durch uns und unsere Kleingläubigkeit nicht“.

Pralles Arbeitspensum für die Bischöfe

Die Regensburger Kirche St. Emmeram war bei der Frühmesse bis auf den letzten Platz mit Gläubigen gefüllt. Die 67 Kardinäle und Bischöfe haben an diesem Dienstag ein pralles Arbeitspensum vor sich. Einer der Schwerpunkte: das kirchliche Arbeitsrecht. Bei einer Pressekonferenz um 13 Uhr mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und dem Sekretär der Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, werden Details bekannt gegeben.

Regensburg ist für vier Tage die Hauptstadt des deutschen Katholizismus. Vor der Tür des Priesterseminars weht die Fahne in den Kirchenfarben weiß und gelb. Die Priesterseminaristen sind ausgezogen und haben 68 Kardinälen, Bischöfen und Weihbischöfen Platz gemacht. Die Oberhirten sprechen hinter verschlossenen Türen bei ihrer Frühjahrsvollversammlung über teils brisante Kirchenthemen: Die Entschädigung von misshandelten Heimkindern, die Zukunft der katholisch-theologischen Fakultäten, das kirchliche Arbeitsrecht und Fragen der Medienenthik. „Wir tagen in einer Zeit, die Sorgen und Anstrengungen bringt“, sagte Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Bischofskonferenz, am Montagnachmittag in seinem Auftaktstatement.


 

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