Bayern/Oberpfalz 03.03.2012, 16:45 Uhr

Söder will München Zuschüsse streichen

Der Finanzminister will, dass das reiche München zugunsten armer Gemeinden auf dem Land auf finanzielle Zuschüsse verzichtet.


        Bayerns Finanzminister Markus Söder

Bayerns Finanzminister Markus Söder

München. Finanzminister Markus Söder (CSU) will den kommunalen Finanzausgleich in Bayern neu ordnen: Das reiche München soll zu Gunsten ärmerer Kommunen auf die jährlichen Zuschüsse in dreistelliger Millionenhöhe verzichten. „München ist die reichste Stadt und profitiert von allem“, sagte Söder am Samstag am Rande des kleinen CSU-Parteitags in Nürnberg. München sei sowohl Landeshauptstadt als auch Sitz vieler Dax-Unternehmen. „Es kann nicht sein, dass aus der kommunalen Familie dann noch zusätzlich Geld nach München fließt.“ Söder sprach von einer „Lex München“.

Ministerpräsident Horst Seehofer kündigte eine „begrenzte Reform“ an und relativierte Söders Äußerungen anschließend: „Ich habe nicht die Lex München vorgegeben.“ Die Struktur des kommunalen Finanzausgleichs passe nicht. „Wir müssen mehr tun für schwächere Kommunen.“

„Parteipolitisch motivierte Anti-München-Aktion“

Söder jedoch hatte seinerseits schon erklärt, er rechne mit Udes Zustimmung: „Ich bin sicher, dass er das als Solidarbeitrag Münchens akzeptieren wird.“ Ude jedoch widersprach umgehend. „Selbstverständlich darf es keine parteipolitisch motivierte Anti-München-Aktion geben“, sagte Ude auf Anfrage. Der Münchner OB betonte, dass er eine Reform des kommunalen Finanzausgleichs nicht ausschließt: „Das würde ich als Befürworter eines gerechten Ausgleichs selbstverständlich unbefangen prüfen. Aber bisher gibt es keinerlei Konzept der Staatsregierung, nur Parteiparolen.“

Der Münchner CSU-Vorsitzende und Kultusminister Ludwig Spaenle wiederum kritisierte zwar ebenfalls Ude, reagierte allerdings zurückhaltend auf den Vorschlag seines Parteifreunds Söder: „Die Münchnerinnen und Münchner haben als Bewohner der größten Kommune Bayerns den Anspruch, ihren Platz in der bayerischen Finanzverfassung einzunehmen“, sagte Spaenle.


 

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