Auch Bayern ist von Warnstreiks betroffen
In Regensburg blieben vor allem Kitas geschlossen. Die Arbeitgeber halten die Forderungen nach wie vor für „überzogen“.
10.000 Streikteilnehmern werden am heutigen Donnerstag in Bayern erwartet.
München. Die bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am Donnerstag Bayern erreicht. Kindergärten blieben geschlossen, vielerorts wurden Mülltonnen nicht geleert, weil Mitarbeiter der Stadtreinigung ihre Arbeit niedergelegt hatten. Betroffen waren unter anderem auch Krankenhäuser, Sparkassen und Gemeindeverwaltungen. In mehreren Städten gingen Beschäftigte von Bund und Kommunen für mehr Geld auf die Straße. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rechnete landesweit mit 10.000 Teilnehmern, bundesweit mit 30.000 Beteiligten
Viele Kitas in Regensburg bleiben am Donnerstag zu
Auch Regensburg ist betroffen: Im Amt für Tagesbetreuung von Kindern, das Amt für Abfallentsorgung, Straßenreinigung und Fuhrpark, die Bauhöfe, das Klärwerk und das Gartenamt wird gestreikt.
Von 30 städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen werden am Donnerstag 21 zu bleiben. Die überwiegende Mehrheit der Erzieherinnen beteiligt sich am Warnstreik, weil sie ihr Gehalt als viel zu niedrig empfinden. Renate de Almeida, Leiterin des Kinderhorts in der Engelburger Gasse, streikt ebenfalls mit. Das Gehalt nach Mittlerer Reife und immerhin fünf Ausbildungsjahren reiche nicht aus, um in Regensburg allein zu leben und Miete zu bezahlen. In noch teureren Städten wie München gebe es bereits einen Personalnotstand.
„Wir machen den Arbeitgebern deutlich, wo es hakt und ich hoffe, dass dieses Zeichen schon einmal Eindruck macht“, sagte Verdi-Sprecher Hans Sterr in München. Allein in Nürnberg nahmen der Gewerkschaft zufolge 1600 Menschen an der zentralen Kundgebung teil.
Auf Plakaten von Mitarbeitern der Stadtreinigung war zu lesen: „Wenn wir nicht mehr Kohle kriegen, bleibt der Müll halt einfach liegen.“ Bei Nieselregen bot sich ein buntes Bild aus Schirmen und Plakaten. Viele trugen Streikwesten mit der Aufschrift „Wir sind es wert“.

