Bayern/Oberpfalz 27.04.2012, 18:44 Uhr

In Reitermänteln zum Brandherd

In Roding kann man die Geschichte der Feuerwehren nachverfolgen. Zu sehen sind alte Geräte und kuriose Arbeitskleidung.

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        Museumsverantwortlicher Helmut Weindler zeigt eine alte Pumpe.

Museumsverantwortlicher Helmut Weindler zeigt eine alte Pumpe.

Von Doris Zupfer, MZ

Roding. Man stelle sich vor es brennt, und die Feuerwehr schafft es, in ein bis zwei Stunden am Brandherd zu sein. Ein schlechter Scherz? Ganz im Gegenteil – vor 150 Jahren war das Realität! Beim Besuch des Rodinger Feuerwehrmuseums, das von der zweitältesten Freiwilligen Feuerwehr der Oberpfalz geführt wird, wird an diese Zeit erinnert. Entstanden ist die Idee zur Ausstellung im Zuge einer Baumaßnahme. In Roding entstand im Jahr 1985 eine neue Feuerwache. Das Mehr an Platz sollte genutzt werden, um den Menschen die Arbeit der Feuerwehr näherzubringen. „Zu Roding gehören noch 13 weitere Ortsfeuerwehren. Überall lagerten alte Feuerwehrschätze wie Spritzen oder Uniformen. Diese Dinge wollten wir der Öffentlichkeit zugänglich machen“, erzählt Vorstand Simon Hecht, mit seinen 22 Jahren sicherlich einer der jüngsten Feuerwehrvorstände Bayerns.

Ausflugsziel von Schulklassen

Über zwei Geschosse erstreckt sich das Museum, das mittlerweile auch zahlreiche Leihgaben befreundeter Feuerwehren zeigt und gerne von Schulklassen oder Jungfeuerwehren für Unterrichtszwecke besucht wird. „Etwas ganz Besonderes sind sicherlich die beiden Kommandantenstandarten. Wenn man so will ein ganz früher Funkersatz“, erklärt Helmut Weindler, langjähriger Feuerwehrmann der 1860 gegründeten Rodinger Wehr und mitverantwortlich für das Museum. „Mit der Standarte stellte sich der Kommandant auf eine Erhöhung und entzündete in der Laterne eine Kerze, sodass man ihn gut sehen konnte. Um die Befehle einzuholen, liefen die Feuerwehrmänner zu ihm und ließen sich so ihren Aufgaben zuteilen.“

Dass Löscharbeiten organisiert abliefen, war bis zur Gründung der ersten Freiwilligen Feuerwehren vor gut 150 Jahren nicht möglich. „Vor dieser Zeit löschten die Leute zwar auch schon Brände, aber eigentlich wusste niemand genau, wer nun sagt, was zu tun ist“, erläutert Weindler.


 

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