Flughafen Nürnberg kämpft um Passagiere
Nachdem Air Berlin Flüge einstellte, sind die Passagierzahlen eingebrochen. Ein Entwicklungsgutachten soll nun helfen.
.Der finanziell angeschlagene Nürnberger Flughafen gerät immer stärker ins Trudeln.
Nürnberg. Die Mienen der Aufsichtsratsmitglieder dürften ernst gewesen sein, als sich das Gremium des Nürnberger Flughafens am Freitag zusammengesetzte. Geschäftsführer Karl-Heinz Krüger hatte schlechte Nachrichten im Gepäck: Der finanziell angeschlagene Flughafen bekommt immer größere Schwierigkeiten. Nachdem die Zahl der Passagiere schon im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent auf knapp 3,97 Millionen gesunken war, ging sie im ersten Quartal 2012 im Sturzflug nach unten – um ganze zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Der Nürnberger Flughafen kämpft schon seit mehreren Jahren um die Rückkehr in die schwarzen Zahlen - 2017 soll es soweit sein. Im vergangenen Jahr jedoch weitete sich der Verlust zunächst einmal von gut drei auf mehr als acht Millionen Euro aus.
Die Verantwortlichen suchen schon seit geraumer Zeit nach Lösungen - nicht zuletzt, nachdem Stadt und Freistaat vergangenen Juli 40 Millionen Euro zuschießen und Bürgschaften übernehmen mussten.
200.000 Euro für Gutachten
Nun hat der Aufsichtsrat beschlossen, ein Entwicklungsgutachten in Auftrag zu geben – Kosten: rund 200.000 Euro. Es soll ausleuchten, welche Chancen und Möglichkeiten der Regionalflughafen hat – und vor allem, wie er der Übermacht der allzu nah gelegenen großen Konkurrenten in München und Frankfurt begegnen kann.
Klar ist, dass mehr Flugzeuge direkt zu attraktiven Zielen und großen Drehkreuzen fliegen müssten. Osteuropa, Skandinavien und weite Teile Großbritanniens sind weiße Flecken auf der Streckenkarte des Nürnberger Flughafens. Auch die Flugzeiten liegen oft ungünstig. Den Mitarbeitern der großen Unternehmen in der Region nutzt es nichts, mitten am Tag beim Geschäftspartner anzukommen und fast sofort zurückfliegen zu müssen.

