Bayern/Oberpfalz 29.04.2012, 20:57 Uhr

CSU-Streit: Müller stellt sich auf Seite von Schaidinger

Gugau droht dem Stadtoberhaupt mit Ausschluss. Bezirksvorstand berät hinter verschlossenen Türen über neue Eskalation.

Von Christine Schröpf, MZ

Regenstauf. Das brisanteste Thema wird bei der Vorstandssitzung der CSU Oberpfalz erst ganz am Schluss unter dem Punkt „Verschiedenes“ angesprochen: Der neue Eklat in der Regensburger CSU, in der sich seit fünf Jahren zwei Lager unversöhnlich gegenüberstehen – Oberbürgermeister Hans Schaidinger und seine Getreuen auf der einen Seite, Kreisvorsitzender Armin Gugau und der Landtagsabgeordnete Franz Rieger samt Anhängern auf der anderen. Wobei es an beiden Fronten Hardliner und moderatere Kräfte gibt. Eine schwierige Gemengelage.

Hardliner Gugau hatte vergangene Woche gegen drei Mitglieder seiner Kreisvorstandschaft Parteiausschlussverfahren eingeleitet. Sie gehören dem Verein „Bürger für Regensburg“ (BfR) an, der im Kommunalwahlkampf 2014 gegen die CSU Front machen könnte. Von Gugaus Sanktion betroffen: die Vorsitzende der Frauen-Union, Stadträtin Brigitte Schlee, der Vorsitzende der Mittelstands-Union, Manfred Hetznegger, und der Vorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung, Konrad Brenninger. Zwei weiteren BfR-Mitgliedern – OB Schaidinger und CSU-Stadtratsfraktionschef Christian Schlegl – droht Gugau bisher nur mit Parteiausschluss.

Die jüngste Eskalation in der Regensburger CSU wird von der Bezirksvorstandschaft mit Sorge beobachtet. Ratlosigkeit macht sich breit. „Nichts hilft“, meint am Samstag ein Vorstandsmitglied resigniert. Diverse Vermittlungsversuche sind gescheitert. Selbst CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hatte sich eingeschaltet. Hinter verschlossenen Türen wird am Samstag die Lage analysiert – zu einem Zeitpunkt, als Schaidinger und Rieger die Sitzung bereits verlassen haben. Mit offiziellen Äußerungen hält sich die CSU-Bezirkschefin, Europaministerin Emilia Müller, später bei der Pressekonferenz zurück. Das unabhängig arbeitende Bezirksschiedsgericht um Prof. Dieter Schmidt hat nun das Wort. Der Jurist wird bei seiner Arbeit von drei Richtern unterstützt.


 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo