Noch keine Spur von entflohenem Sextäter
Die Polizei in Niederbayern sucht mit Hochdruck nach einem 46-Jährigen. Die Ärzte stufen den Mann als gefährlich ein.
Mit diesem Foto sucht die Polizei nach dem 46-jährigen Sextäter.
Mainkofen. Von dem am Samstag aus einem Bezirkskrankenhaus im niederbayerischen Mainkofen geflüchtetem Sexualstraftäter gibt es noch immer keine heiße Spur. „Wir wissen noch nichts Konkretes über seinen Aufenthaltsort“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Montag. Die Polizei suche mit allen verfügbaren Streifenwagen und mit Fotos auf der Straße nach dem 46-Jährigen. Zudem würden „mit Hochdruck“ die Adressen von Kontaktpersonen abgeklopft, bei denen er untergetaucht sein könnte.
Der als gefährlich eingestufte 46-Jährige war am Samstagnachmittag während eines Freigangs von dem nur zum Teil abgesperrten Gelände des Klinikums geflüchtet. Zeitgleich verschwanden zwei Frauen im Alter von 22 und 18 Jahren sowie ein 25-jähriger Mann. Auch sie waren Patienten der Klinik. Möglicherweise seien sie gemeinsam geflohen, sagte der Sprecher. Von ihnen gehe aber wohl keine Gefahr aus. Allen vier gelang die Flucht ohne Anwendung von Gewalt in einem unbeobachteten Moment. „Der Mann durfte sich mehrere Stunden am Tag frei auf dem Klinikgelände bewegen“, erläuterte der Polizeisprecher.
46-Jähriger nutzte Freigang zur Flucht
Da der 46-Jährige im Verlauf der Therapie Fortschritte machte und eine gute Prognose hatte, durfte er sich einige Stunden am Tag in der offenen Parkanlage aufhalten. Dies nutze er dann zur Flucht. „Der Mann ist gefährlich, weil wir nicht wissen, wie er reagiert, wenn er in die Enge getrieben wird“, betonte der ärztliche Direktor des Bezirksklinikums Mainkofen, Wolfgang Schreiber. Wer den Mann sieht, sollte ihn nicht festhalten, sondern sofort die Polizei alarmieren.
Es sei in den vergangenen Jahren immer wieder vorgekommen, dass Freigänger vom Gelände des Klinikums flüchteten, sagte Schreiber. Noch nie sei die Bevölkerung dabei in Gefahr gewesen. Oftmals kehrten sie freiwillig zurück. „Die Patienten, die so lange eingesperrt waren, haben einfach Probleme, in der veränderten Umwelt zurechtzukommen.“

