Wirbel um Seehofers erste Facebook-Party
Die Sause steigt am Dienstagabend in der Münchner Promi-Disko P1. Markus Rinderspacher (SPD) kritisiert die Veranstaltung.
Am Dienstag steigt in der Münchner Disco P1 eine Party von Horst Seehofer.
München. CSU-Chef Horst Seehofer hat mit der ersten Facebook-Party eines deutschen Spitzenpolitikers schon vor dem Eintreffen des ersten Gastes öffentlichen Wirbel ausgelöst. Die bayerische SPD kritisierte die für Dienstagabend geplante Veranstaltung scharf und verlangte Auskunft über die Kosten des Polizeieinsatzes. Die CSU selbst wehrte Versuche von Rechtsextremen ab, die Party in der teuren Münchner Promi-Diskothek P1 zu entern.
Wegen des unerwartet großen Andrangs hat die CSU die Gästeliste seit dem vergangenen Freitag nach 2500 Anmeldungen sperren lassen – und damit Ärger bei vielen Facebook-Nutzern ausgelöst. Die Partei hat die Sicherheitsmaßnahmen mit dem Münchner Polizeipräsidium abgestimmt, da es Befürchtungen gibt, dass die Veranstaltung aus dem Ruder laufen könnte. Seehofer selbst appellierte an die Besucher auf seiner Facebook-Seite: „Bitte keine Gepäckstücke, Taschen, Schirme oder Rucksäcke mitbringen.“
Sogar im Nachbarland Österreich gab es Vorberichte über die geplante Veranstaltung im P1, wo normalerweise eher die Fußballprofis des FC Bayern gesichtet werden. Um alle Gäste unterzubringen, hat Seehofer inzwischen auch das Außengelände um die Diskothek reservieren lassen. Die Besucher müssen sich auf sichtbare Polizeipräsenz gefasst machen. In den vergangenen Jahren ist es immer wieder vorgekommen, dass die Polizei bei Teenagerpartys rettend einschreiten musste, wenn die Gastgeber die Einladung auf Facebook veröffentlicht hatten und viel mehr Gäste kamen als erwartet. Auch schon vorgekommen sind in dem sozialen Netzwerk Verabredungen zu sogenannten Flashmobs – spontan organisierte Versammlungen, bei denen mitunter hunderte Menschen überraschend an einem Ort zusammenkommen. Ein Nutzer postete auf Seehofers Facebook-Seite eine Bombendrohung – was bei großen öffentlichen Veranstaltungen häufig vorkommt. Die Polizei war alarmiert. Die CSU blieb nach Angaben eines Sprechers bei ihrem Veranstaltungsplan.






