Chrom-Juwelen im Maybach-Museum
Das Ehepaar Anna und Helmut Hofmann präsentiert seine Luxusautos in einem Privatmuseum. Das Haus wurde jetzt zum „MZ-Museum 2012“ gekürt.
Neumarkt.
Etwas Eigenes schaffen, das bleibt: Das Ehepaar Anna und Helmut Hofmann hat dieses Ziel mit ihrem Maybach-Museum in Neumarkt verwirklicht. 16 Luxus-Oldtimer aus ihrem Privatbesitz sind dort unter einem Dach ausgestellt. „Mein Mann ist der Sammler, das Konzept ist von mir. Den ersten Entwurf habe ich auf Butterbrotpapier gezeichnet“, sagt die quirlige Museumschefin, die seit der Eröffnung im Jahr 2009 nahezu immer in ihrem Haus anzutreffen ist. Auch gestern schloss sie mit ihrem Sohn Christian die Pforten auf – obwohl eigentlich Ruhetag war. Und das aus besonderem Anlass.
Manfred Sauerer, Chefredakteur der Mittelbayerischen Zeitung, übergab mit dem Museumsexperten Helmut Wolf die Auszeichnung zum MZ-Museum des Jahres 2012. „Es ist eine kleine Anerkennung für ihr langes und intensives Engagement“, sagte Sauerer. Seit rund 40 Jahren lebt das Ehepaar für eine „Passion, an der sie unter großem persönlichen finanziellen Aufwand auch die Öffentlichkeit teilhaben lässt“. Wolf würdigte nicht nur die faszinierend schönen Ausstellungsstücke, sondern auch den Museumsbau selbst: Der Architektenbüro Berschneider hatte im Auftrag der Hofmanns die Industriehalle der früheren Express-Werke um moderne Gebäudeteile ergänzt. „Industriekultur wird mit neuem Leben erfüllt“, so Wolf. Beispielhaft sei auch die Kombination des Museums mit einem Veranstaltungsraum für Kongresse und Feste.
Anna Hofmann erzählt gestern, wie viel Arbeit im Museum steckt. Seit 2009 hatte sie immer wieder Durststrecken zu bewältigen, etwa als über einjährige Bauarbeiten vor der Tür Museumsbesucher fernhielten. „Das war ein bisschen dramatisch, aber ich habe es überstanden.“ Mit immer neuen Ideen versucht sie, Besucher zu locken. Aktuell präsentiert sie die „Car Series“ – 25 farbenfrohe Originalarbeiten, die der Künstler Andy Warhol kurz vor seinem Tod im Auftrag der Daimler AG fertiggestellt hat. Es ist eine Zeitreise von den Benz-Patent-Motorwagen bis zum Versuchswagen C11 von 1970. Zu sehen ist die unvollendet gebliebene Reihe bis 12. August. „Wenn sich automobile Spitzenklasse mit Werken von Warhol trifft, ist das ein Gipfeltreffen der besonderen Art“, schwärmt Anna Hofmann, die am Tag der Vernissage frühmorgens in ihr Museum kam, um sich ganz privat an der Pracht zu erfreuen.





