CSU will über stille Tage verhandeln
Die stillen Feiertage in Bayern bleiben ein Streitthema: Die CSU hatte einer Lockerung zugestimmt – will jetzt allerdings nachverhandeln.
Partygäste tanzen in einer Diskothek. Strittig ist, ob sie das vor bayerischen stillen Feiertagen künftig bis Mitternacht oder 2 Uhr morgens dürfen. Foto: dpa
München. Angesichts CSU-internen Widerstands gegen die Lockerung des Tanzverbots an stillen Feiertagen will Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) das strittige Thema erneut in den Koalitionsausschuss bringen – zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate. Das sagte Seehofer am Mittwoch nach Teilnehmerangaben in der Sitzung der CSU-Landtagsfraktion. Eigentlich hatten sich CSU und FDP bereits geeinigt, dass in den Nächten vor stillen Feiertagen bis 2 Uhr getanzt werden darf. Bisher ist um Mitternacht Schluss. Doch Teile der CSU sind nicht einverstanden. Und weil die CSU nachverhandeln will, ist nun die FDP verärgert. „Diese Rolle rückwärts ist unverständlich“, sagte FDP-Fraktionschef Thomas Hacker.
Die Befürworter eines strikten Tanzverbots warnen vor einer schleichenden Aushöhlung der Feiertage: „Die wenigen stillen Tage, die wir jetzt haben, muss man die auch dem Zeitgeist opfern?“, fragte Landtagspräsidentin Barbara Stamm. „Das geht wieder so scheibchenweise.“ Stamm ist mit ihrer Kritik in der CSU-Fraktion nicht allein.
Die FDP ist verärgert über das Hin und Her. Die Politik müsse gesellschaftliche Veränderungen aufnehmen, sagte Fraktionschef Hacker. „Die beiden Kirchen haben offensichtlich die Kraft, diese Veränderungen aufzunehmen. Die CSU offenbar nicht.“ Die katholische und die evangelische Kirche hatten sich zuletzt bei dem Thema versöhnlich gezeigt und pochen nicht mehr unbedingt auf dem Tanzverbot ab Mitternacht.
Stille Tage im bayerischen Feiertagsgesetz sind Aschermittwoch, Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Allerheiligen, der Volkstrauertag, Buß- und Bettag, der Totensonntag und Heiligabend von 14 Uhr an. (dpa)

