Straubing hofft auf einen Weltrekord
In Straubing laufen derzeit die Vorbereitungen für das Jubiläums-Gäubodenfest vom 10. bis zum 20. August auf Hochtouren.
Die Vorbereitungen laufen: Nur noch wenige Tage, dann fällt der Startschuss für das traditionsreiche Gäubodenfest in Straubing. Foto: dpa
Straubing. „Inzwischen sind bei uns alle mit dem ‚Gäuboden-Volksfest-Virus‘ befallen. Alle identifizieren sich, alle ziehen an einem Strang.“ Max Riedl rechnet sogar damit, dass am 19. August beim großen Festzug durch das Stadtzentrum hin zum Festplatz die ganze Stadt auf den Beinen sein wird. Durchaus möglich. Schließlich feiern die Straubinger in diesem Jahr vom 10. bis zum 20. August das Jubiläum „200 Jahre Gäuboden-Volksfest“, weshalb die Verantwortlichen ein „Volksfest der Superlative“ auf die Beine stellen wollen.
Schon seit einem Jahr ist Max Riedl bei der Straubinger Ausstellungs- und Veranstaltungs GmbH, einer Tochtergesellschaft der Stadt, mit der Organisation des Traditionsfestes beschäftigt. Selbstbewusst, wie die Niederbayern nun mal sind, bezeichnet er das Gäubodenfest als das zweitgrößte Volksfest Bayerns. Nach der Wiesn, versteht sich. „Auf dem Festplatz werden mehrmals täglich von extra dafür angestellten Leuten Besucherzählungen durchgeführt. Deshalb halten wir heuer die erwartete Anzahl von 1,3Millionen Besuchern durchaus für realistisch“, sagt er.
Neu: der Historische Festplatz
Es war das Bemühen um „der Bayern Wohl und Glück“, das König Maximilian I. Joseph 1812 bewog, den Straubingern „allergnädigst“ ein landwirtschaftliches Fest im Unterdonaukreis zu erlauben. Aus dem Gäuboden-Volksfest mit der angeschlossenen Ostbayernschau, einer Verbraucher-Expo mit diesmal rund 700 Ausstellern, ist inzwischen ein Großereignis geworden. „1812 dauerte das Fest nur einen Tag und bestand hauptsächlich aus einer Tierprämierung“, erzählt Riedl. 2012 dagegen wird elf Tage lang gefeiert.
Neu ist der sogenannte Historische Festplatz. Zum 200. Geburtstag der Traditionsveranstaltung wird dort das Rad der Geschichte zurückgestellt. Im „Zelt 7“ dreht sich – wie früher – ein Ochs am Spieß, beim Rahmenprogramm steht bayerisches Brauchtum im Vordergrund: Gstanzl-Singen, Schuhplattln, Blech- und Blasmusik dominieren. Max Riedl: „Bei der Ausschreibung für diesen Bereich war Bedingung, dass die Geschäfte eine lange Historie und mindestens 40 Jährchen auf dem Buckel haben.“ Rund 20Stände und Fahrgeschäfte von gestern wurden zugelassen: zum Beispiel der Toboggan, eine 52 Meter lange Holzrutsche und angeblich die höchste reisende Rutschbahn Europas, die Hexenschaukel, eine Nostalgie-Geisterbahn sowie das historische Holzriesenrad, das sich schon um 1900 zum ersten Mal drehte. Die Besucher können vor Ort sogar einem Bonbonmacher über die Schulter schauen.

