Aus is’ und gar is’ und schad is’, dass’ wahr is’
Nach 183 Folgen endet die MZ-Dialektserie mit Prof. Dr. Ludwig Zehetner – der muss jetzt Theater spielen
Ludwig Zehetner signiert „Basst scho“-Bände. Foto: Archiv/altrofoto.de
Regensburg
. Ziemlich genau 66 Jahre gibt es jetzt die Mittelbayerische Zeitung, aber eine solche Erfolgsserie hat sie vermutlich noch nie erlebt. Als wir vor vier Jahren die Gestaltung unserer Zeitung kräftig verändert und dabei die Seite „Mitten in Bayern“ neu ins Programm nahmen, suchten wir nach einem Thema, das besonders viel Identität stiftete. Und das war die Sprache – und ganz speziell der Dialekt.
Nun haben wir in Regensburg mit Prof. Dr. Ludwig Zehetner einen ausgewiesenen Fachmann auf diesem Gebiet. Als wir damals fragten, ob er denn nicht einmal pro Woche einen Beitrag schreiben wolle, sagte er „Ja“. Zehetner erklärte also fortan den MZ-Lesern den nord- und mittelbayerischen Dialekt und die Beiträge wurden – etwas ausgebaut – vom Verleger Norbert Stellner in drei Büchern zusammengefasst. Der Titel der erfolgreichen Trilogie ist „Basst scho“, was in etwa den höchsten Grad bayerischer Diplomatie ausdrückt.
Der Dialekt ist ein großer Fundus für Sprachforscher, aber selbst ein Fachmann wie Dr. Zehetner hat irgendwann einmal das meiste „ausgegraben“. Heute also ist Schluss mit der Serie, was aber nicht bedeutet, dass man auf Zehetner verzichten muss. Zunächst ist er auf der Theaterbühne zu bewundern, denn der bekannte Autor und Regisseur Joseph Berlinger hat ein Stück mit dem Titel „Mei Fähr Lady“ geschrieben, in dem sich Zehetner selbst spielt. Premiere im Regensburger Turmtheater ist nächsten Freitag (28. Oktober) und bis Ende Januar gibt es 14 weitere Vorstellungen. Wir werden Sie über alles informieren.
Und wenn es wieder ruhiger wird, möchten auch wir von der MZ wieder Projekte mit Dr. Zehetner für unsere Leser in Angriff nehmen. Bis dahin sagen wir ihm aber von Herzen danke!

