Bischof Müller wechselt nach Rom
Papst Benedikt ernennt den 64-Jährigen zum Chef der mächtigen römischen Glaubenskongregation. Müller hat Regensburg bereits in Richtung Rom verlassen.
Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller (re.) mit Papst Benedikt. Foto: Bistum Regensburg
Regensburg/Rom. Um Punkt 12 Uhr war es offiziell: Papst Benedikt holt Gerhard Ludwig Müller als Präfekt der mächtigen Glaubenskongregation in den Vatikan und ernennt ihn zum Erzbischof. Die monatelangen Spekulationen haben ein Ende. Zeitgleich mit der Verkündung in Rom wurde die Personalie am Montag bei einer Pressekonferenz in Regensburg publik gemacht. Müller hatte sein Bistum da bereits verlassen. Er war am Morgen vom Airport München in Richtung Rom gestartet, um erste Termine im neuen Amt wahrzunehmen. „Er freut sich sehr auf die Aufgabe, obwohl es ihm nicht leicht fällt, Abschied zu nehmen“, sagte der bisherige Generalvikar Michael Fuchs vor Journalisten.
Müller wird aber nicht grußlos gehen: Geplant sind ein Gottesdienst mit Fest vor dem Dom für die Gläubigen – das Datum ist aber noch offen. Am 26. Juli wird der neue Erzbischof außerdem zum Gebetstag für Anna Schäffer in Mindelstetten erwartet, die im Oktober in Rom heilig gesprochen werden soll. Dem Institut Papst Benedikt in Regensburg bleibt Müller eng verbunden. Er fungiert weiter als Herausgeber der Gesammelten Schriften Joseph Ratzingers.
Zwei Deutsche in Schlüsselpositionen
Mit Müllers Berufung ist eine Sensation perfekt. Zwei Deutsche sind nun in Schlüsselpositionen, auch wenn beide die Weltkirche im Blick haben und nicht auf ihr Geburtsland fixiert sind. Der neue Erzbischof nimmt in der Hierarchie Platz 3 ein, nach dem Papst und seinem Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone.
Seit fast einem Jahr war spekuliert worden, wer die Nachfolge von Kardinal William Joseph Levada antritt. Der 76-Jährige hatte aus Altersgründen um seinen Rücktritt gebeten. Benedikt XVI. lag die Personalentscheidung sehr am Herzen. Er hatte die älteste und bedeutendste der neun Kongregationen bis zu seiner Wahl zum Papst selbst über 20 Jahre lang geleitet. Die Behörde ist für den Schutz der Glaubens- und Sittenlehre in der katholischen Weltkirche zuständig.







